Fotos von JPEG ins HEIF Format konvertieren
HEIF spart bis zu 50% Speicher bei gleicher Bildqualität. Aber lohnt sich die Konvertierung alter JPEGs – und welche Fallstricke gibt es dabei?
Viele Artikel im Netz beschreiben, wie man HEIF zurück ins ältere JPEG-Format umwandelt. Ich möchte das Gegenteil beschreiben: Warum ist HEIF überlegen – und lohnt es sich, eine bestehende JPEG-Bibliothek zu konvertieren?
Seit dem iPhone 7 und iOS 11 fotografiert das iPhone standardmäßig im HEIF-Format (High Efficiency Image File Format). HEIF-Dateien verbrauchen im Schnitt nur die Hälfte des Speicherplatzes verglichen mit JPEGs bei vergleichbarer Kompression. Wer viel fotografiert, spart so schnell mehrere Gigabyte.
HEIF bietet trotz geringerer Dateigröße eine höhere Bildqualität
Den Qualitätsunterschied beurteilt man am besten an einem direkten Vergleich: Statt eine stärkere Kompression zu wählen, wird die Dateigröße angeglichen. Dabei sind die deutlich besser erhaltenen Details im HEIF klar erkennbar – verglichen mit allen drei JPEG-Varianten. Wer mit der JPEG-Qualität bereits zufrieden ist, kann die HEIF-Kompression erhöhen und bekommt so deutlich kleinere Dateien. HEIF ist in jeder Hinsicht JPEG überlegen.
Technischer Hintergrund
HEIF nutzt den HEVC-Codec (H.265) zur Kompression – denselben Codec, den auch moderne Videos verwenden. JPEG dagegen basiert auf dem DCT-Algorithmus aus den frühen 1990er-Jahren. Der Generationsunterschied zeigt sich besonders bei feinen Texturen, Hauttönen und Farbverläufen: HEIF erhält diese Details sichtbar besser, selbst bei halber Dateigröße.
Ein typisches iPhone-Foto in JPEG wiegt ca. 3-5 MB. Dasselbe Motiv in HEIF: 1,5-2,5 MB. Bei einer Mediathek mit 10.000 Fotos summiert sich das auf 15-25 GB Unterschied.
Zusätzliche Vorteile von HEIF
- Live Photos: Video und Standbild in einer einzigen Datei
- HDR und 10-bit Farbtiefe: natürlichere Farben, feinere Abstufungen in Schatten und Lichtern
- Alpha-Kanal (Transparenz): wie PNG, aber deutlich kleiner
- Burst-Aufnahmen: mehrere Bilder effizient in einer Datei
- Depth Map: Tiefendaten für Portrait-Modus werden direkt in der Datei gespeichert
Welches Format nutzt dein iPhone?
Prüfe es unter:
- Einstellungen → Kamera → Formate
- Hohe Effizienz = HEIF (empfohlen)
- Maximale Kompatibilität = JPEG/H.264
Falls Maximale Kompatibilität gewählt ist, lohnt sich die Umstellung – besonders wenn Speicherplatz knapp ist. Mehr dazu in unserem Artikel iPhone Kamera optimal einstellen.
Die Einstellung betrifft nur neue Fotos. Bereits vorhandene JPEGs bleiben unverändert in deiner Mediathek.
Kompatibilität: kein Problem mehr
Das frühere Hauptargument gegen HEIF war mangelnde Kompatibilität. Das ist heute kaum noch relevant:
- Beim Teilen (AirDrop, Mail, WhatsApp) konvertiert iOS automatisch in JPEG, wenn der Empfänger HEIF nicht unterstützt
- Windows 10/11, aktuelle macOS-Versionen und Android können HEIF nativ anzeigen
- Soziale Netzwerke akzeptieren HEIF direkt oder konvertieren selbst
- Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop, Lightroom und Affinity Photo unterstützen HEIF seit Jahren
Einzige Ausnahme: Manche ältere Web-CMS und E-Mail-Clients zeigen HEIF-Bilder nicht an. In der Praxis ist das selten ein Problem, weil iOS beim Teilen automatisch konvertiert.
Tools zum Konvertieren – und ihre Probleme
Wer ältere JPEGs ins HEIF-Format umwandeln möchte, sollte die bekannten Einschränkungen kennen. Leider funktioniert die Umwandlung mit keinem der verfügbaren Tools perfekt:
- Apple Preview (Mac): Erzeugt bei einigen Bildern einen reproduzierbaren Bildfehler – die erste Pixelreihe des Bildes ist komplett grün oder lila. Das ist kein Einzelfall, sondern ein bekannter Bug.
- Automator-Skript: Überträgt keinerlei Metadaten – kein Aufnahmedatum, keine GPS-Koordinaten, kein Kameramodell. Diese müsste man danach für jedes Bild manuell nachtragen.
- sips (Terminal-Tool auf dem Mac): Kann HEIF konvertieren und behält Metadaten. Allerdings ist die Qualitätssteuerung begrenzt – keine direkte Kontrolle über den Kompressionsfaktor.
- ImageMagick: Unterstützt HEIF mit dem libheif-Plugin. Funktioniert zuverlässig, erfordert aber technisches Setup über Homebrew.
Warum sich das Konvertieren alter JPEGs selten lohnt
Der Speichergewinn bei der Konvertierung ist geringer als erwartet: JPEG ist bereits verlustbehaftet komprimiert. Beim Umwandeln in HEIF wird das Bild nochmals komprimiert – minimaler weiterer Qualitätsverlust, aber geringerer Gewinn als bei Fotos, die direkt in HEIF aufgenommen wurden.
Ein Rechenbeispiel: Ein 4 MB JPEG wird nach Konvertierung typischerweise 3-3,5 MB groß. Der Gewinn liegt bei 10-25 % – weit entfernt von den 50 %, die man bei nativ aufgenommenen HEIF-Fotos sieht. Der Grund: Der HEVC-Codec kann die bereits verlorenen Details nicht zurückholen.
Fazit: Es lohnt sich in den meisten Fällen nicht, die gesamte JPEG-Bibliothek zu konvertieren.
Mit Apple Preview JPEG-Fotos konvertieren
Wer trotzdem einzelne Bilder umwandeln möchte, kann das mit der vorinstallierten Preview-App am Mac tun – mit dem Vorbehalt des oben genannten Pixelreihen-Bugs:
- Alle Fotos des Ordners mit cmd + a markieren
- Mit cmd + Pfeil nach unten in Preview öffnen
- Im Menü: Ablage → Alle Exportieren
- Auf Optionen klicken
- Im Dropdown HEIF-Format auswählen
- Zielordner wählen
- Auf Exportieren klicken
Alternative: Kurzbefehle-App auf dem iPhone
Über die Kurzbefehle-App auf dem iPhone gibt es Community-Shortcuts, die JPEGs direkt aus der Mediathek heraus in HEIF konvertieren. Der Vorteil: Es funktioniert direkt auf dem iPhone, ohne Mac. In der Kurzbefehle-Galerie nach HEIF konvertieren suchen – oder einen eigenen Kurzbefehl mit der Aktion Bild konvertieren erstellen.
Empfehlung
Für den Alltag: Hohe Effizienz (HEIF) einstellen und vergessen. Man spart erheblich Speicherplatz und bemerkt keinen Qualitätsunterschied. Nur wenn regelmäßig Fotos auf Websites hochgeladen werden, die ausschließlich JPEG akzeptieren, kann Maximale Kompatibilität sinnvoller sein. Bestehende JPEGs: am besten so lassen wie sie sind. Mehr dazu in unserem Artikel iPhone Speicher freigeben.