Fotos von JPEG ins HEIF Format konvertieren

Digitale Nachhaltigkeit 26. April 2021

Viele Artikel im Netz beschäftigen sich mit dem Thema wie man HEIF Bilder zurück ins ältere JPEG Format umwandelt. Das ist dann nötig, wenn man von einem iPhone Bilder auf älteren Geräten ansehen möchte. Ich möchte in diesem Artikel genau das Gegenteil beschreiben, um eine hochwertige aber gleichzeitig platzsparende Fotobibliothek aufzubauen.

Apple nutzt das effiziente HEIF-Container-Format für alle Fotos die du mit dem iPhone machst. Damit verbrauchen Bilder im Schnitt nur die Hälfte des Speicherplatzes die sie bei vergleichbarer Kompression als JPEG verbrauchen würden. Alternativ kann auf dem Mac die Kompression vor der Umwandlung angepasst werden um mehr Details zu erhalten. HEIF kann Bilder auf Wunsch auch unkomprimiert speichern - ist dann aber genau so groß wie andere unkomprimierte Bildformate wie zum Beispiel TIFF.

HEIF bietet trotz geringerer Dateigröße eine höhere Bildqualität

Der Qualitätsunterschied im Bezug auf die Dateigröße kann man am besten selbst beurteilen wenn man sich den folgenden Side-by-side Vergleich eines auf 100% reingezoomten Bildes ansieht:

Vergleich der Bildqualität: unkomprimiertes original, JPEG und HEIF in vergleichbaren Dateigrößen

Statt eine stärkere Kompression zu wählen wurde hier die Dateigröße angeglichen. Klar ersichtlich sind die deutlich besser erhaltenen Details im HEIF im Vergleich zu jeder der drei JPEG Varianten. Wenn man mit der JPEG Qualität schon zufrieden ist, kann man die HEIF Kompression erhöhen und bekommt so deutlich kleinere Dateien. HEIF ist also in der jeder Hinsicht JPEG überlegen.

Tools zum Konvertieren der JPEG Bilder

Leider funktioniert die Umwandlung ins HEIF Format mit keinem der derzeitigen Tools perfekt. Entweder es kommt zu Bildfehlern, oder Metadaten werden nicht übertragen. Das bestätigt auch Mike von imore.com, und ist zum gleichen Schluss gekommen, dass es zur Zeit eine schlechte Idee ist, alle JPEG Bilder in HEIF umzuwandeln. Deswegen sollte man sich überlegen ob es überhaupt den Aufwand und die zu erwartenden Probleme wert ist, die gesamte Fotobibliothek von JPEG in HEIF zu konvertieren.

Wer nur wenige Bilder ins HEIF Format umwandeln möchte, oder das ganze zumindest ausprobieren möchte, empfehle ich sich von käuflichen Tools fern zu halten. Die meisten solcher Tools sind Bastlerprojekte, die seit ein paar Jahren nicht geupdatet wurden und möglicherweise gar nicht mehr funktionieren. Stattdessen empfehle ich Apples eigene Tools sowie ein kostenfreies Automator-Skript zu nutzen. Beide Option allerdings auch nur mit Einschränkungen. Apple Preview erzeugt bei einigen Bildern reproduzierbare Bildfehler in der ersten Pixelreihe eines Bildes, die sich so äußern dass die erste Pixelreihe komplett grün oder lila ist. Das Automator-Skript übernimmt keinerlei Meta-Daten, somit verliert man nicht nur Kameramodell, ggf. die GPS Location sondern auch das Aufnahmedatum. Das müsste man dann manuell nachtragen.

Die neuste Version des Automator-Skripts findest du in diesem Artikel in den Kommentaren. Ich habe mich aufgrund der Metadaten aber gegen das Skript und für die Methode mit Apple Preview entschieden.

Mit Apple Preview JPEG Fotos in HEIF konvertieren

Die auf dem Mac vorinstallierte App Preview dient normalerweise zum Ansehen und Annotieren von Fotos und Screenshots. Nur wenige wissen, dass die App auch sämtliche verbreitete Bildformate konvertieren kann. Das geht so, wenn man alle Fotos eines Ordners umwandeln möchte:

  1. Alle Fotos des Ordners mit cmd+a markieren.
  2. Mit cmd+"Pfeil nach unten" in Preview öffnen.
  3. Im Menü auf Ablage>Alle Exportieren klicken.
  4. Im sich geöffneten Fenster auf Optionen klicken.
  5. Im Dropdown das HEIF-Format auswählen.
  6. Zielordner wählen.
  7. Auf Exportieren klicken angeben.

Ich hoffe ich konnte dir mit diesen Tipps helfen. Wenn du deine Erfahrungen zu dem Thema teilen möchtest oder nach Fragen hast, schreib einfach in die Kommentare.

Julian

IT Berater und Startup Storyteller aus Berlin. Mich begeistern funktionales minimales Design, effiziente Workflows und weltbewegende Ideen.