Fotos von JPEG ins HEIF Format konvertieren
HEIF spart bis zu 50% Speicher gegenüber JPEG bei besserer Qualität. Anleitung für iOS 26: richtig einstellen, JPEGs konvertieren und wann es sich lohnt.
Viele Anleitungen im Netz erklären, wie man HEIF zurück ins ältere JPEG-Format umwandelt. Hier geht es um das Gegenteil. Warum HEIF dem JPEG in fast jeder Hinsicht überlegen ist, wie du dein iPhone unter iOS 26 richtig einstellst und in welchen Fällen sich das Konvertieren bestehender JPEGs wirklich lohnt.
Seit dem iPhone 7 fotografiert iOS standardmäßig im HEIF-Format (High Efficiency Image File Format, Dateiendung .heic). HEIF-Dateien brauchen im Schnitt etwa die Hälfte des Speicherplatzes wie JPEGs, bei vergleichbarer oder besserer Bildqualität. Wer viel fotografiert, spart so über die Jahre mehrere Gigabyte.
HEIF liefert bessere Qualität bei kleinerer Datei
Den Unterschied erkennst du am besten im direkten Vergleich bei gleicher Dateigröße. Während JPEG bei feinen Texturen, Hauttönen und Farbverläufen sichtbar verklumpt, hält HEIF die Details sauber. Wer mit der JPEG-Qualität bereits zufrieden ist, kann die HEIF-Kompression sogar erhöhen und bekommt nochmal kleinere Dateien.
Warum HEIF technisch überlegen ist
HEIF nutzt den HEVC-Codec (H.265) zur Kompression. Denselben Codec, den auch moderne Videos verwenden. JPEG dagegen basiert auf einem Algorithmus aus den frühen 1990er-Jahren. Der Generationsunterschied zeigt sich besonders bei:
- feinen Texturen und Hauttönen
- weichen Farbverläufen in Himmel und Schatten
- Bereichen mit hohem Kontrast
Ein typisches iPhone-Foto in JPEG wiegt 3 bis 5 MB. Dasselbe Motiv in HEIF: 1,5 bis 2,5 MB. Bei einer Mediathek mit 10.000 Fotos summiert sich das auf 15 bis 25 GB Unterschied.
Was HEIF sonst noch kann
- Live Photos: Video und Standbild in einer einzigen Datei
- HDR und 10-bit Farbtiefe: natürlichere Farben, feinere Abstufungen in Schatten und Lichtern
- Alpha-Kanal (Transparenz): wie PNG, aber deutlich kleiner
- Burst-Aufnahmen: mehrere Bilder effizient in einer Datei
- Depth Map: Tiefendaten für den Portrait-Modus direkt eingebettet
So stellst du HEIF unter iOS 26 ein
Unter iOS 26 ist die Einstellung an gewohnter Stelle:
- Einstellungen öffnen
- Auf Kamera tippen
- Formate auswählen
- Hohe Effizienz = HEIF (empfohlen)
- Maximale Kompatibilität = JPEG
Falls Maximale Kompatibilität aktiv ist, lohnt sich die Umstellung. Besonders wenn der Speicherplatz knapp ist. Mehr dazu in unserem Artikel zu den iPhone Kamera-Einstellungen.
Die Einstellung betrifft nur neue Aufnahmen. Bereits vorhandene JPEGs in deiner Mediathek bleiben unverändert.
Was iOS beim Übertragen macht
Direkt unter den Format-Einstellungen findest du den Punkt An Mac oder PC übertragen. Die Standard-Einstellung Automatisch konvertiert HEIF beim Übertragen auf nicht-Apple-Geräte automatisch in JPEG. Original behalten überträgt die HEIF-Datei unverändert. Für maximale Qualität und kleinste Dateien: Original behalten.
Kompatibilität ist heute kein Problem mehr
Das frühere Hauptargument gegen HEIF war mangelnde Unterstützung. Das ist 2026 kaum noch ein Thema:
- Beim Teilen über AirDrop, Mail oder WhatsApp konvertiert iOS automatisch in JPEG, falls der Empfänger HEIF nicht versteht
- Windows 11, alle aktuellen macOS-Versionen und Android zeigen HEIF nativ an
- Soziale Netzwerke akzeptieren HEIF direkt oder konvertieren beim Upload selbst
- Photoshop, Lightroom und Affinity Photo unterstützen HEIF seit Jahren
Einzige Ausnahme: vereinzelte ältere Web-CMS oder Business-Tools. In der Praxis fällt das selten ins Gewicht, weil iOS beim Teilen ohnehin automatisch konvertiert.
JPEG in HEIF konvertieren: die Optionen
Wer ältere JPEGs ins HEIF-Format umwandeln möchte, hat unter iOS 26 und macOS mehrere Wege. Keiner davon ist perfekt.
Direkt am iPhone mit der Kurzbefehle-App
Der schnellste Weg auf dem iPhone führt über die vorinstallierte Kurzbefehle-App:
- Kurzbefehle-App öffnen, neuen Kurzbefehl anlegen
- Aktion Fotos auswählen hinzufügen
- Aktion Bild konvertieren hinzufügen, Format HEIF wählen
- Aktion Im Fotoalbum sichern hinzufügen
- Kurzbefehl ausführen, Bilder auswählen
Vorteil: läuft direkt am Gerät, ohne Mac. Nachteil: Metadaten wie GPS und Aufnahmedatum können je nach iOS-Version verlorengehen. Vor dem Massen-Konvertieren immer mit einem Testbild prüfen.
Am Mac mit Apple Vorschau
Vorinstalliert auf jedem Mac, schnell für einzelne Bilder:
- Alle Fotos im Finder mit cmd + a markieren
- Mit cmd + Pfeil nach unten in der Vorschau öffnen
- Im Menü: Ablage → Alle exportieren
- Auf Optionen klicken
- Im Dropdown HEIF auswählen
- Zielordner wählen und auf Exportieren klicken
Vorbehalt: Bei manchen Bildern erzeugt die Vorschau einen reproduzierbaren Bug. Die erste Pixelreihe wird komplett grün oder lila. Bekanntes Problem, vor dem Massen-Export ein Testbild prüfen.
Am Mac mit dem Terminal-Tool sips
sips ist auf jedem Mac vorinstalliert und behält Metadaten zuverlässig:
sips -s format heic foto.jpg --out foto.heic
Für einen ganzen Ordner:
for f in *.jpg; do sips -s format heic "$f" --out "${f%.jpg}.heic"; done
Nachteil: keine direkte Kontrolle über den Kompressionsfaktor. Für die meisten Anwendungsfälle aber völlig ausreichend.
Mit ImageMagick für maximale Kontrolle
Über Homebrew installiert, mit dem libheif-Plugin: zuverlässig, mit voller Qualitätskontrolle. Erfordert aber technisches Setup und ist für Einzelbilder Overkill.
Lohnt sich das Konvertieren alter JPEGs?
Kurze Antwort: meistens nicht.
Der Speichergewinn beim Konvertieren ist deutlich kleiner als beim direkten Aufnehmen in HEIF. Grund: JPEG ist bereits verlustbehaftet komprimiert. Beim Umwandeln in HEIF wird das Bild ein zweites Mal komprimiert. Minimaler weiterer Qualitätsverlust, aber auch geringerer Gewinn als bei nativ aufgenommenen HEIF-Fotos.
Ein Rechenbeispiel. Ein 4 MB JPEG wird nach Konvertierung typischerweise 3 bis 3,5 MB groß. Der Gewinn liegt bei 10 bis 25 Prozent. Weit entfernt von den 50 Prozent, die man bei nativ aufgenommenen HEIF-Fotos sieht. Der HEVC-Codec kann die bereits verlorenen Details nicht zurückholen.
Mein Rat: bestehende JPEG-Bibliotheken so lassen wie sie sind. Den Aufwand spart man besser, indem man neue Aufnahmen direkt in HEIF macht.
iCloud-Fotos und HEIF
Wer iCloud-Fotos mit der Option Speicher optimieren nutzt, hält ohnehin nur kleine Versionen lokal vor. Das Original liegt in voller Auflösung in der iCloud. In dem Fall bringt eine lokale Konvertierung praktisch nichts. Der Speichergewinn liegt komplett auf Apples Servern, nicht auf deinem Gerät.
Wer lokal Originale laden aktiviert hat, profitiert hingegen direkt von HEIF. Hier macht sich der halbierte Speicherbedarf sofort auf der Geräte-Festplatte bemerkbar.
Empfehlung
Für den Alltag: Hohe Effizienz (HEIF) einstellen und vergessen. Du sparst erheblich Speicher und merkst keinen Qualitätsunterschied. iOS kümmert sich beim Teilen automatisch um die Kompatibilität.
Nur wer regelmäßig Fotos auf Plattformen hochlädt, die ausschließlich JPEG akzeptieren, fährt mit Maximale Kompatibilität entspannter. Für alle anderen ist HEIF die klar bessere Wahl. Mehr zum Speicherplatz-Management in unserem Artikel iPhone Speicher freigeben.