Alte Fotos digitalisieren: Die besten iPhone Fotoscanner Apps

Analoge Fotos verblassen mit der Zeit. Mit dem iPhone und den richtigen Apps digitalisierst du deine alten Bilder schnell und in guter Qualität.

Aktualisiert 19. März 2026 · 11. April 2020 · 5 Min.
Alte Fotos digitalisieren: Die besten iPhone Fotoscanner Apps

Ich bin vor einigen Jahren alle meine alten Fotoalben durchgegangen um die Bilder zu digitalisieren. Nicht nur werden analoge Fotos mit der Zeit schlechter — auch schaue ich sie mir digital öfter an und kann sie einfach mit Freunden und Familie teilen. Dabei habe ich verschiedene Apps getestet und möchte meine besten Tipps teilen.

Flachbrettscanner vs. iPhone

Es gibt zwei Möglichkeiten um alte Fotos selbst zu digitalisieren:

  1. Flachbrettscanner — gleichmäßige Beleuchtung, keine Verzerrung, kein weiteres Setup nötig. Die ordentlichste Methode, aber aufwendig: jedes einzelne Foto aus dem schweren Album auf den Scanner legen und abwarten.
  2. iPhone abfotografieren — schnell und praktisch. Spezialisierte Apps stellen Bilder automatisch frei. Meine Empfehlung für alle, die viele Fotos digitalisieren wollen.

Das iPhone eignet sich für die Digitalisierung praktisch genau so gut wie eine professionelle Kamera — wenn man die richtige App nutzt.

Empfehlung: Fotoscanner von Photomyne

Photomyne ist ein Unternehmen, das sich auf die Digitalisierung von alten Fotos spezialisiert hat. Die App erkennt und stellt mehrere Fotos gleichzeitig automatisch frei — das spart viel Zeit.

Hinweis zu den Kosten (2026): Photomyne ist inzwischen auf ein Abo-Modell umgestellt. Für ein einmaliges Digitalisierungs-Projekt ist das ungünstig — du kannst aber den kostenlosen Probemonat nutzen, alle Fotos scannen, und danach kündigen.

Jedoch: Ein wichtiger Vorbehalt bei der Nachbearbeitung. Die automatischen Filter von Photomyne sind problematisch: helle Stellen werden reihenweise mit weißen Flecken übersät, die das Bild sehr unnatürlich wirken lassen. Meine Empfehlung: Fotos ohne Photomyne-Filter aufnehmen und die Nachbearbeitung in der Apple Fotos App machen.

Warnung: Google Fotoscanner

Vorsicht vor dem scheinbar beliebten Fotoscanner von Google Fotos. Auf den ersten Blick macht die App eine gute Figur. Nach ausgiebigem Test sind die Ergebnisse aber enttäuschend:

  • Die App stürzt nach 10–15 Fotos regelmäßig ab
  • Die JPEG-Dateien sind größer als bei Photomyne, speichern aber weniger Details
  • Der schlimmste Fehler: extreme Überschärfung. Alle Bilder vom Google Fotoscanner weisen ein punkteartiges Muster auf, das überall sichtbar ist. Die digitalisierten Bilder sind damit für mich unbrauchbar.

Der Unterschied ist deutlich: Photomyne liefert unbearbeitet ein natürlicheres Ergebnis als der Google Fotoscanner mit all seinen automatischen Korrekturen.

iPhone Kamera App (für wenige Bilder)

Man kann auch einfach die eingebaute Kamera-App verwenden, muss dann aber jedes Foto manuell freistellen. Für mehr als etwa 15 Bilder ist das zu aufwendig. Für wenige Bilder funktioniert es problemlos.

Spiegelungen beim Abfotografieren vermeiden

Beim Fotografieren von Hochglanz-Fotos stören Spiegelungen schnell. Der Trick: einen Raum aufsuchen, in dem das Licht von einer Seite schräg auf das Bild fällt. Die Hochglanzoberfläche wirkt wie ein Spiegel: Einfallswinkel = Ausfallswinkel. Fotografiert man senkrecht von oben, ist die Reflexion nicht sichtbar.

Das iPhone-Licht ausschalten. Stattdessen: viel natürliches Licht von einer seitlichen Quelle. Ein Fenster am Tag funktioniert sehr gut.

Digitalisierte Fotos nachbearbeiten

Photomynes vordefinierte Filter sollte man wegen der beschriebenen Probleme nur sehr gezielt verwenden. Viel bessere Ergebnisse liefert die automatische Fotoverbesserung in der Apple Fotos App — ein Klick pro Bild, deutlich natürlicheres Ergebnis. Leider muss man das für jedes Bild einzeln machen.

KI-Restaurierung: Neue Möglichkeiten

Für stark verblasste oder beschädigte Fotos gibt es inzwischen KI-Tools die beeindruckende Ergebnisse liefern:

  • MyHeritage In Color — KI-Kolorierung und Restaurierung von schwarzweißen oder beschädigten Fotos
  • Remini — iPhone App, schärft unscharfe und niedrig aufgelöste Fotos mit KI nach

Hinweis: Diese Tools laden Fotos auf externe Server hoch. Datenschutzrichtlinien vorab prüfen.

Duplikate nach der Digitalisierung bereinigen

Wenn man viele Fotos in mehreren Durchläufen scannt, entstehen schnell Duplikate. Die Apple Fotos App erkennt seit iOS 16 automatisch doppelte Bilder. Du findest sie unter Fotos → Alben → Duplikate — dort kannst du mit einem Tipp zusammenführen und das bessere Original behalten. Mehr dazu in unserem Artikel iPhone Fotos aufräumen und iCloud Speicherplatz sparen.

Das richtige Dateiformat wählen

Beim Scannen solltest du auf das Dateiformat achten. Die meisten Scanner-Apps speichern standardmäßig als JPEG — das ist für Fotos die richtige Wahl, weil die Dateien klein bleiben und überall kompatibel sind.

Speichere mit der höchsten verfügbaren Qualitätsstufe. Komprimierte Fotos kannst du später immer noch erzeugen, aber verlorene Details bekommst du nie zurück. Bei Photomyne findest du die Qualitätseinstellung in den App-Einstellungen unter Bildqualität.

Für besonders wertvolle Einzelbilder (z. B. das einzige Foto der Großeltern): Verwende wenn möglich PNG oder TIFF statt JPEG. Diese Formate komprimieren verlustfrei.

Fotos beschriften und Datum setzen

Ein oft übersehener Schritt: Nach dem Digitalisieren haben alle Fotos das heutige Datum als Aufnahmedatum. In der Apple Fotos App kannst du das korrigieren:

  1. Foto öffnen → nach oben wischen → auf das Datum tippen
  2. Datum und Uhrzeit anpassen — so ordnen sich die Fotos chronologisch korrekt ein

Wenn du den genauen Tag nicht mehr weißt, reicht eine Schätzung auf Monat und Jahr. Hauptsache, die Fotos landen ungefähr in der richtigen Zeitperiode.

Die Fotos App unterstützt auch Beschriftungen (Bildunterschriften) — tippe unter dem Foto auf Beschriftung hinzufügen. Schreibe rein, wer auf dem Bild ist oder wo es aufgenommen wurde. Diese Texte sind durchsuchbar. Mehr dazu in unserem Artikel Apple Fotos App auf dem iPhone richtig nutzen.

Backup nach der Digitalisierung

Das eigentliche Ziel ist ein sicheres digitales Backup. Meine Empfehlung:

  • iCloud Mediathek — automatisches Backup auf alle Apple-Geräte
  • Geteiltes iCloud-Album — ideal um die digitalisierten Familienfotos mit Verwandten zu teilen
  • Zweite Kopie auf einer externen Festplatte oder einem weiteren Cloud-Dienst

Die 3-2-1-Regel gilt auch für digitalisierte Fotos: Drei Kopien, auf zwei verschiedenen Medientypen, davon eine an einem anderen Ort. iCloud plus eine externe Festplatte bei den Eltern erfüllt das bereits.

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