Apple Karten als Reiseplaner: Reiseführer und Sammlungen nutzen

Apple Karten kann mehr als navigieren. So nutzt du Reiseführer, Sammlungen und Offline-Karten für deine Reiseplanung direkt auf dem iPhone.

16. April 2026 · 7 Min.
Apple Karten als Reiseplaner: Reiseführer und Sammlungen nutzen

Google Maps ist die Gewohnheit, Apple Karten ist die bessere Wahl – zumindest wenn du ein iPhone hast. Apple hat die Karten-App in den letzten iOS-Updates massiv ausgebaut, und die meisten Nutzer wissen das nicht. Reiseführer, eigene Sammlungen, Offline-Karten: Was früher nur mit Drittanbieter-Apps ging, steckt heute direkt in Apple Karten.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du Apple Karten als vollwertigen Reiseplaner nutzt – von der Planung zu Hause bis zur Navigation ohne Internet vor Ort.

Reiseführer: Apples kuratierte Empfehlungen

Apple Karten bietet für viele Städte redaktionell kuratierte Reiseführer. Das sind keine automatisch generierten Listen, sondern handverlesene Empfehlungen von Redaktionen wie Lonely Planet, The Washington Post oder Time Out.

Reiseführer finden

Öffne Apple Karten und suche nach einer Stadt – zum Beispiel Lissabon, Barcelona oder New York. Scrolle auf der Infokarte nach unten, und du findest den Bereich Reiseführer. Hier zeigt Apple thematisch sortierte Listen: beste Restaurants, Sehenswürdigkeiten, Nachtleben, versteckte Juwelen. Tippe einen Reiseführer an, um alle enthaltenen Orte auf der Karte zu sehen.

Die Reiseführer funktionieren wie eine Vorauswahl: Statt dich durch hunderte Google-Bewertungen zu klicken, bekommst du eine kuratierte Handvoll Empfehlungen pro Kategorie.

Reiseführer speichern

Wenn du einen Reiseführer findest, der zu deiner Reise passt: Tippe auf das Lesezeichen-Symbol, um ihn zu speichern. Du findest alle gespeicherten Reiseführer danach unter Bibliothek (seit iOS 26 unter deinem Profilbild → Bibliothek; früher ein eigener Reiter). So sammelst du vor der Reise in Ruhe Empfehlungen und hast sie unterwegs sofort griffbereit.

Mein Tipp: Speichere Reiseführer für dein Ziel schon Wochen vor der Reise. Wenn du dann vor Ort bist, öffnest du einfach die Bibliothek statt hektisch zu googeln.

Sammlungen: Deine eigenen Orte-Listen

Reiseführer sind Apples Empfehlungen. Sammlungen sind deine eigenen. Und genau hier wird Apple Karten zum echten Reiseplaner.

Eine Sammlung erstellen

Gehe in die Bibliothek und tippe auf Neue Sammlung. Gib ihr einen sprechenden Namen – zum Beispiel Lissabon September oder Restaurants Berlin. Die Sammlung ist sofort einsatzbereit.

Orte hinzufügen

Es gibt zwei Wege, Orte zu einer Sammlung hinzuzufügen:

  1. Über die Suche: Suche einen Ort, tippe auf die Infokarte und dann auf Zu Sammlung hinzufügen.
  2. Direkt von der Karte: Halte einen Punkt auf der Karte gedrückt, um eine Stecknadel zu setzen. Tippe auf die Nadel und füge sie einer Sammlung hinzu.

Du kannst beliebig viele Orte pro Sammlung speichern – Restaurants, Hotels, Sehenswürdigkeiten, sogar Strände oder Wanderwege. Die Orte erscheinen danach als farbige Nadeln auf der Karte, wenn du die Sammlung öffnest.

Sammlungen teilen

Plant ihr zu zweit oder in einer Gruppe? Öffne eine Sammlung und tippe auf das Teilen-Symbol. Du kannst die gesamte Sammlung per iMessage, WhatsApp oder AirDrop verschicken. Der Empfänger bekommt alle Orte auf einen Schlag in seine Karten-App. Wenn du mehr darüber erfahren willst, wie du Inhalte sicher mit anderen teilst, schau dir den Artikel über iPhone-Fotos sicher teilen und Metadaten entfernen an.

Sammlungen strategisch nutzen

Die wirkliche Stärke kommt erst, wenn du Sammlungen systematisch einsetzt. Mein Ansatz für jede Reise:

  • Must See: die wenigen Orte, die ich auf keinen Fall verpassen will
  • Essen & Trinken: Restaurants, Cafés, Bars
  • Bei Regen: Museen, Märkte, überdachte Orte
  • Nachbarschaft X: Orte gruppiert nach Stadtviertel

So hast du je nach Situation die passende Liste parat, ohne dich durch eine einzige riesige Sammlung scrollen zu müssen.

Ein weiterer Vorteil: Sammlungen synchronisieren sich über iCloud auf alle deine Apple-Geräte. Du kannst abends am iPad in Ruhe Orte recherchieren und hinzufügen – am nächsten Morgen sind sie auf dem iPhone bereit. Und weil jede Sammlung ihre Orte farbig auf der Karte anzeigt, siehst du sofort, welche Orte nah beieinander liegen und sich an einem Tag kombinieren lassen.

Offline-Karten: Navigation ohne Internet

Die wichtigste Funktion für Reisende: Seit iOS 17 kannst du komplette Kartenabschnitte herunterladen und offline nutzen. Navigation, Suche, sogar Öffnungszeiten – alles ohne Mobilfunknetz.

Karte herunterladen

Tippe in Apple Karten auf dein Profilbild (oben rechts) und dann auf Offline-Karten → Neue Karte laden. Suche nach der Region oder Stadt und ziehe den Kartenausschnitt auf die gewünschte Größe. Apple zeigt dir die Dateigröße – eine Großstadt belegt typischerweise 200-500 MB.

Lade die Karte über WLAN herunter, bevor du losfährst. Gerade im Ausland sparst du damit nicht nur Nerven, sondern auch Datenvolumen, das du für andere Dinge brauchst.

Was offline funktioniert

  • Turn-by-Turn-Navigation: funktioniert vollständig, inklusive Sprachanweisungen
  • Suche nach Orten: Restaurants, Tankstellen, Sehenswürdigkeiten in der heruntergeladenen Region
  • Geschätzte Ankunftszeiten: basierend auf gespeicherten Verkehrsdaten

Was nicht offline funktioniert: Live-Verkehrsdaten, Satellitenbilder und aktuelle Bewertungen. Das ist verschmerzbar – die Kernfunktion Navigation läuft zuverlässig.

Offline-Karten automatisch aktualisieren

Unter Einstellungen → Karten → Offline-Karten kannst du einstellen, dass heruntergeladene Karten automatisch über WLAN aktualisiert werden. So sind deine Karten immer auf dem neuesten Stand, ohne dass du daran denken musst.

Tipp: Wenn du auf Reisen viel mit dem iPhone navigierst, lohnt sich ein Blick auf die besten Methoden zum Akku sparen am iPhone. Offline-Navigation verbraucht weniger Strom als die Online-Variante, aber GPS bleibt ein Energiefresser.

Neu in iOS 26: Besuchte Orte und bevorzugte Routen

iOS 26 hat Apple Karten um zwei Funktionen ergänzt, die besonders auf Reisen nützlich sind.

Besuchte Orte (Visited Places)

Apple Karten merkt sich automatisch, in welchen Restaurants, Museen und Geschäften du warst – komplett auf dem iPhone, Ende-zu-Ende verschlüsselt, Apple hat keinen Zugriff darauf. Nach der Reise öffnest du deine Bibliothek → Besucht und siehst eine chronologische Liste aller Orte, die du besucht hast.

Der praktische Nutzen auf Reisen: Du erinnerst dich an das kleine Café, dessen Namen du vergessen hast, aber nicht den Nachmittag. Oder du willst einem Freund nachträglich empfehlen, wo du gegessen hast. Die Funktion ist aktuell noch als Beta gekennzeichnet und schrittweise aktiv – nicht jeder Nutzer hat sie sofort.

Wenn dir die automatische Aufzeichnung zu viel ist, kannst du sie unter Einstellungen → Datenschutz & Sicherheit → Ortungsdienste → Systemdienste → Wichtige Orte deaktivieren.

Bevorzugte Routen (Preferred Routes)

Wenn du regelmäßig die gleiche Strecke fährst – etwa vom Hotel zum Strand oder zwischen zwei Städten auf einer Rundreise – lernt Apple Karten deine bevorzugte Route und warnt dich proaktiv bei Verzögerungen. Die Daten bleiben dabei auf deinem iPhone. Für Pendler ist das alltagstauglich, für Reisende ein nettes Extra auf längeren Trips.

Weitere Funktionen für Reisende

Blickrunde (Look Around)

Apples Antwort auf Google Street View. In vielen Städten kannst du dich vorab virtuell umsehen – tippe auf das Fernglas-Symbol, wenn es an einem Ort verfügbar ist. Praktisch, um vor der Reise einen Eindruck von der Umgebung zu bekommen oder vor Ort den Eingang eines Restaurants zu finden.

Die Bildqualität ist dabei oft besser als bei Google: Apple setzt auf hochauflösende 3D-Aufnahmen statt zusammengesetzter Fotos. Verfügbar ist Look Around inzwischen in den meisten europäischen Großstädten, den USA, Japan und Australien. Apple baut die Abdeckung kontinuierlich aus.

Favoriten für Schnellzugriff

Orte, die du regelmäßig brauchst, speicherst du als Favoriten – sie erscheinen dann direkt auf dem Startbildschirm von Apple Karten. Für Reisen weniger relevant als Sammlungen, aber perfekt für dein Hotel oder den Mietwagen-Rückgabeort.

Flyover für Sehenswürdigkeiten

Für bekannte Sehenswürdigkeiten bietet Apple Karten Flyover-Ansichten: interaktive 3D-Modelle von Gebäuden und ganzen Stadtvierteln. Tippe bei einem unterstützten Ort auf Flyover und neige dein iPhone, um die 3D-Ansicht zu steuern. Nicht lebenswichtig, aber überraschend beeindruckend bei Bauwerken wie dem Kolosseum oder der Golden Gate Bridge.

Apple Karten mit anderen Reise-Apps kombinieren

Apple Karten ist ein starker Reiseplaner, aber kein Alleskönner. Für Flugsuche, Hotelbuchung und Aktivitäten brauchst du weiterhin spezialisierte Apps. Wie du dein iPhone als komplette Reisezentrale einrichtest, zeige ich dir im separaten Artikel.

Die Stärke von Apple Karten liegt in der täglichen Nutzung vor Ort: Du planst die Route zum nächsten Punkt deiner Sammlung, navigierst offline durch unbekannte Straßen und entdeckst über Reiseführer Orte, die nicht auf dem Radar der Massen sind.

Fazit

Apple Karten hat sich vom belächelten Nachzügler zum vollwertigen Reiseplaner entwickelt. Die Kombination aus kuratierten Reiseführern, eigenen Sammlungen und Offline-Karten deckt genau das ab, was du unterwegs brauchst – ohne eine weitere App installieren zu müssen.

Mein Workflow: Vor der Reise Reiseführer speichern und eigene Sammlungen anlegen. Offline-Karten für die Region herunterladen. Unterwegs einfach die passende Sammlung öffnen und losnavigieren. Kein Googeln, kein Datenverbrauch, kein Stress.

Lieber als Video?

Viele Guides erkläre ich auch live am iPhone – Schritt für Schritt zum Mitmachen.

Kostenlos Abonnieren
Esc