Ratgeber Veröffentlicht am 11. August 2026 8 Min. Lesezeit

iCloud+ Hide My Email: anonyme E-Mail-Adressen einrichten

Hide My Email erstellt anonyme @icloud.com-Adressen, die an deine echte Mail weiterleiten. So richtest du den Apple-Aliasdienst auf dem iPhone ein.

Jede Newsletter-Anmeldung, jeder Online-Shop, jedes Forum will deine E-Mail-Adresse. Und jede dieser Adressen ist später ein Eintrag in einer Datenbank, die früher oder später geleakt wird. Hide My Email ist Apples Antwort darauf: anonyme Wegwerf-Adressen, die du in zwei Sekunden erstellst und die an deine echte Mail weiterleiten.

Was ist Hide My Email?

Hide My Email generiert zufällige Adressen wie [email protected], die alle an dein normales Apple-Mail-Konto weiterleiten. Der Empfänger sieht nur den Alias. Antwortest du auf eine Mail, läuft sie wieder über den Alias raus. Deine echte Adresse bleibt unsichtbar.

Das Praktische: Wenn ein Dienst dich mit Spam zumüllt oder seine Datenbank verliert, deaktivierst du den Alias mit einem Tipp. Der Spam endet sofort. Andere Aliase laufen weiter wie gewohnt.

Voraussetzungen: iCloud+

Hide My Email gehört zu den iCloud+-Funktionen. Das günstigste Paket kostet 0,99 Euro im Monat und kommt mit 50 GB Speicher. Wer ohnehin iCloud-Storage gebucht hat, hat den Dienst automatisch dabei. Apple One enthält iCloud+ ebenfalls.

Eine Sonderform gibt es kostenlos: Bei “Mit Apple anmelden” darf jeder ohne iCloud+-Abo Aliase erstellen. Diese sind aber nur für die jeweilige App nutzbar und lassen sich nicht aktiv zum Senden verwenden. Wer Hide My Email als universellen E-Mail-Aliasdienst will, braucht iCloud+.

Anonymen Alias in Safari erzeugen

Der schnellste Weg läuft über Safari. Tippst du in einem Anmeldeformular auf das E-Mail-Feld, schlägt iOS dir oberhalb der Tastatur “Hide My Email” vor. Ein Tipp, ein zweiter zur Bestätigung, fertig. Du bekommst eine zufällige Adresse, ein optionales Notizfeld für den Verwendungszweck und kannst die Anmeldung abschicken. Apple speichert den Alias automatisch unter “Erstellt in Safari”.

Bei “Mit Apple anmelden” funktioniert es ähnlich: Beim Sign-in-Dialog wählst du “Meine E-Mail-Adresse verbergen” statt deiner echten Adresse. Apple legt den Alias an und übergibt ihn an die App. Mehr dazu, wie das Zusammenspiel mit Apples Login-System auch passwortfrei funktioniert, beschreibt der Artikel über Passkeys auf dem iPhone.

Aliase manuell in den Einstellungen anlegen

Manchmal brauchst du eine anonyme Adresse für ein Formular außerhalb von Safari, für ein Telefonat oder fürs Aufschreiben auf Papier. Dann legst du den Alias vorab an.

Der Weg: Einstellungen > Apple Account > iCloud > Hide My Email > Neue Adresse erstellen. iOS schlägt eine zufällige Adresse vor. Tippst du auf “Andere Adresse verwenden”, bekommst du eine neue. Wenn dir keine gefällt, kannst du beliebig oft neu generieren. Anschließend vergibst du ein Label und optional eine Notiz, etwa “Newsletter Computermagazin”. Die Adresse landet sofort in der Liste und ist sofort empfangsbereit.

Sehr nützlich: Du kannst beliebig viele Aliase erzeugen. Apple nennt offiziell keine Obergrenze. In der Praxis sind dreistellige Mengen kein Problem.

Aliase in Mail nutzen

Auch beim Senden funktioniert Hide My Email. Verfasst du in der Mail-App eine neue Nachricht, tippst du im Absenderfeld auf deine Mail-Adresse. iOS bietet alle hinterlegten Adressen an, inklusive Hide-My-Email-Aliase. Wählst du einen Alias, geht die Mail unter dieser Adresse raus. Der Empfänger sieht nie deine echte Adresse. Antwortet er, landet die Antwort über den Alias bei dir.

Das ist besonders praktisch, wenn du an Behörden oder unbekannte Stellen schreibst. Du gibst keine Adresse preis, die später in irgendeinem Verteiler landet.

Bestehende Aliase verwalten

Die Liste deiner Aliase findest du unter Einstellungen > Apple Account > iCloud > Hide My Email. Tippst du auf einen Eintrag, siehst du:

  • die Alias-Adresse selbst
  • das gewählte Label und die Notiz
  • den Erstellungszeitpunkt
  • die Adresse, an die weitergeleitet wird
  • einen Schalter zum Deaktivieren

Standardmäßig leiten alle Aliase an deine primäre Apple-Adresse weiter. Über Weiterleiten an kannst du jede beliebige verifizierte Adresse als Ziel festlegen. Hast du also mehrere E-Mail-Konten, kannst du auch eine Gmail- oder Web.de-Adresse als Empfänger angeben.

Aliase deaktivieren oder löschen

Wenn du keinen Spam mehr von einem Dienst bekommen willst, tippst du in der Alias-Übersicht auf Adresse deaktivieren. Ab sofort werden Mails an diesen Alias verworfen. Sie kommen nicht mehr bei dir an, aber der Absender sieht keinen Bounce. Für ihn sieht es aus, als hättest du gelesen und einfach nicht reagiert.

Deaktivierte Aliase wandern in einen separaten Bereich am Ende der Liste. Du kannst sie reaktivieren, falls du es dir anders überlegst, oder mit Adresse löschen dauerhaft entfernen. Achtung: Eine gelöschte Adresse kann von Apple irgendwann neu vergeben werden. Wer ganz sicher gehen will, lässt deaktivierte Aliase einfach in der Liste.

Hide My Email vs. Mit Apple anmelden

Beide Funktionen erzeugen anonyme Adressen, sie sind aber nicht identisch:

  • Mit Apple anmelden ist primär ein Login-Mechanismus. Apple erzeugt im Rahmen des Logins automatisch einen Alias und gibt ihn der App. Der Alias ist an genau diese App gebunden. Diese Variante ist auch ohne iCloud+ verfügbar.
  • Hide My Email ist ein universeller Alias-Dienst. Du erzeugst Adressen aktiv, kannst sie überall verwenden, kannst sie zum Senden nutzen und beliebig oft neu anlegen. Du brauchst dafür iCloud+.

In der Praxis nutze ich beides parallel: “Mit Apple anmelden” überall, wo es angeboten wird, weil es Login und Adresse in einem Schritt regelt. Hide My Email überall sonst, wo nur eine E-Mail-Adresse abgefragt wird.

Vergleich mit SimpleLogin, addy.io und Firefox Relay

Apples Lösung ist nicht die einzige am Markt. Wer sich grundsätzlich mit Datenschutz beschäftigt, kennt vielleicht diese Alternativen:

  • SimpleLogin gehört seit 2022 zu Proton, läuft in der Schweiz und kostet rund 43 Euro pro Jahr für unbegrenzte Aliase. Free-Tarif: 10 Aliase. Unterstützt PGP-Verschlüsselung und eigene Domains. Seit 2024 sind die Premium-Features auch im Proton-Pass-Plus-Abo enthalten.
  • addy.io (früher AnonAddy) ist Open Source, sitzt in Großbritannien und bietet im Free-Tarif unbegrenzte Aliase mit Bandbreitenlimit. Premium ab 14 Euro pro Jahr.
  • Firefox Relay von Mozilla ist im Free-Tarif auf 5 Aliase beschränkt, Premium kostet rund 1,20 Euro pro Monat. Sitzt in den USA, keine PGP-Unterstützung.

Hide My Email ist tief ins System integriert, bietet unbegrenzte Aliase und kostet im günstigsten iCloud+-Paket weniger als ein Euro im Monat. Wer sowieso im Apple-Ökosystem lebt, fährt damit am bequemsten. Wer eine eigene Domain einbinden, PGP nutzen oder unabhängig vom Apple-Account bleiben will, ist mit SimpleLogin oder addy.io besser bedient. Apple unterstützt bei Hide My Email aktuell auch eigene Domains, aber nur auf einem Apple-eigenen Mail-Layer und nur mit iCloud+ Custom Email Domain.

Wenn du E-Mail allgemein auf deinem iPhone optimieren willst, hilft auch ein Blick auf gute E-Mail-Apps fürs iPhone.

Use Cases im Alltag

Wofür ich Hide My Email konkret nutze:

  • Newsletter: Jeder Newsletter bekommt einen eigenen Alias. Wer mich zumüllt, fliegt raus. Mit einem Tipp.
  • Online-Shops: Jeder Shop bekommt eine eigene Adresse. So sehe ich sofort, von wem ein neuer Spam stammt, falls die Datenbank des Shops geleakt wurde.
  • Foren und Communities: Eine Adresse pro Community, kein Wiedererkennen über E-Mail-Hash über Plattformen hinweg.
  • Einmal-Anmeldungen: Probeabos, Whitepaper-Downloads, Webinar-Einladungen. Alles kurzlebige Anmeldungen, die ich ohnehin nie wieder brauche. Nach dem Download deaktiviere ich den Alias.
  • Behörden- und Geschäftskontakte: Jeder bekommt einen sauberen Alias mit Notiz “Versicherung XYZ”, “Stadtwerke”, “Steuerberater”. Mein Posteingang bleibt sauber, falls jemand die Adresse weitergibt.

Aliase passen gut zu einer kompletten Privacy-Routine: starkes Master-Passwort, Passwort-Manager und Aliase. Wie du das Passwort dafür aufstellst, beschreibt der Artikel zum sicheren Passwort. Als Manager funktioniert die Apple Passwörter App auch unter iOS 26 erstaunlich gut und versteht Hide My Email nativ.

Häufige Fragen

Kann ich Hide My Email ohne iCloud+ nutzen?

Nur in der eingeschränkten Form über “Mit Apple anmelden”. Für eigene Aliase, freie Erstellung und Senden brauchst du iCloud+ (ab 0,99 Euro pro Monat).

Wie viele Aliase darf ich anlegen?

Apple nennt keine offizielle Obergrenze. Mehrere hundert sind in der Praxis kein Problem.

Sehen Empfänger meine echte Adresse?

Nein. Empfänger sehen ausschließlich den Alias. Auch beim Antworten läuft der gesamte Verkehr über die Alias-Adresse.

Kann ich Aliase wiederverwenden?

Ja. Solange du den Alias nicht löschst, bleibt er aktiv oder lässt sich wieder einschalten. Gelöschte Aliase können theoretisch von Apple neu vergeben werden, deshalb lieber nur deaktivieren.

Wohin werden die Mails weitergeleitet?

Standardmäßig an deine primäre Apple-Adresse. Du kannst unter Hide My Email > Weiterleiten an auch eine andere verifizierte Adresse wählen, etwa Gmail oder Web.de.

Funktioniert Hide My Email auch mit eigener Domain?

Ja, über die iCloud+ Custom Email Domain. Du kannst bis zu fünf eigene Domains einbinden und Aliase darunter erstellen. Sinnvoll, wenn du dich vom @icloud.com-Suffix lösen willst.

Ist das wirklich anonym?

Anonym gegenüber dem Absender, ja. Apple selbst kennt die Zuordnung Alias zu Account natürlich. Wer maximal anonym bleiben will, kombiniert Hide My Email mit einem iCloud-unabhängigen Cloud-Speicher und nutzt Aliase nur für unkritische Anmeldungen.

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