iOS 27: Das soll auf dein iPhone kommen
Apple hat die Vorschau auf iOS 27 veröffentlicht. Was Fotos, Safari, Kurzbefehle und die Kindersicherung bekommen sollen, und was Apple offen lässt.
Apple hat die Vorschauseite zu iOS 27 veröffentlicht. Damit steht fest, was im Herbst aufs iPhone kommen soll. Seit dem 26. August steht auch der Termin fest: Apple lädt für den 9. September 2026 zur Keynote unter dem Motto „Surprise and Shine“. iOS 27 selbst erscheint erfahrungsgemäß wenige Tage danach, zusammen mit den neuen iPhones. Apple kündigt solche Termine üblicherweise erst kurzfristig an.
Eine Sache vorweg, weil sie in Vorschau-Artikeln gern untergeht: Alles, was hier steht, stammt aus Apples eigener Ankündigung. Niemand außerhalb von Apple hat die fertige Version im Alltag gehabt, wir auch nicht. Was eine Funktion verspricht und was sie im Herbst tatsächlich leistet, sind zwei verschiedene Dinge. Dieser Text sortiert also die Ankündigungslage und sagt dazu, wo sie dünn ist.
Zwei Listen, die man auseinanderhalten muss
Der häufigste Irrtum bei jedem großen iOS-Sprung: iOS 27 zu bekommen und die neuen KI-Funktionen zu bekommen sind zwei verschiedene Dinge. Wer die Neuerungen nicht nach Apples Reihenfolge, sondern nach ihrer Reichweite sortiert sehen will, findet das im Überblick zu den Neuerungen von iOS 27.
iOS 27 selbst läuft nach Apples Angaben auf allen iPhones ab dem iPhone 11 und dem iPhone SE der 2. Generation. Apple Intelligence dagegen beginnt erst beim iPhone 15 Pro. In der Fußnote der Vorschauseite nennt Apple dafür alle iPhone-16-Modelle und neuer sowie iPhone 15 Pro und 15 Pro Max.
Das ist die entscheidende Trennlinie für die Frage, was dich betrifft. Ein iPhone 13 bekommt das Update, aber keine der KI-Funktionen aus dem ersten Teil dieses Artikels. Welche Geräte genau dabei sind und welche iPads herausfallen, steht ausführlich in unserer Übersicht zu den iPhones und iPads mit iOS 27.
Ein Detail, das Apple offen lässt: Die betroffenen Funktionen stehen gesammelt unter der Überschrift Apple Intelligence in Apps, und die Gerätefußnote hängt an der Einleitung dieses Abschnitts. Eine Aufschlüsselung Funktion für Funktion gibt es nicht. Ob wirklich jede einzelne dieser Neuerungen ein iPhone 15 Pro braucht, wird sich erst am fertigen System zeigen.
Die Fotos-App bekommt drei neue Werkzeuge
Der Bereich, in den Apple die meiste Aufmerksamkeit steckt. Wie das wichtigste der drei Werkzeuge arbeitet, haben wir uns in einem eigenen Text zur räumlichen Neuausrichtung von Fotos angesehen. Drei Dinge nennt die Vorschauseite:
Räumliche Neuausrichtung. Der Bildausschnitt lässt sich laut Apple noch nach der Aufnahme anpassen. Das zielt auf den Klassiker, dass ein Motiv leicht schief oder zu weit am Rand sitzt.
Erweitern. Ein Foto lässt sich über seine ursprünglichen Kanten hinaus erweitern. Mehr als Name und Zweck nennt Apple dazu nicht. Der Sache nach bekommt das Bild damit Fläche dazu, die nie fotografiert wurde.
Verbessertes Bereinigen. Das Werkzeug zum Entfernen störender Objekte gibt es schon heute. Neu ist laut Apple, dass sich größere Objekte entfernen lassen.
Wie gut das wird, hängt an genau der Frage, die eine Ankündigung nicht beantwortet: wie sauber die ergänzten Bildbereiche aussehen. Was die Fotos-App heute schon kann, steht in unserer Anleitung zum Fotos bearbeiten auf dem iPhone.
Image Playground soll fotorealistisch werden
Apples Bildgenerator war bisher auf wenige, deutlich stilisierte Looks festgelegt. Für iOS 27 kündigt Apple Bilder in hoher Qualität und fast jedem Stil an, ausdrücklich auch fotorealistisch. Dazu sollen sich vorhandene Bilder per Beschreibung bearbeiten und verwandeln lassen.
Das ist die größte Kurskorrektur in der Ankündigung. Fotorealistische Ergebnisse gab es dort bisher nicht. Was das für Kennzeichnung und Erkennbarkeit generierter Bilder bedeutet, schreibt Apple auf der Vorschauseite nicht.
Safari soll Tabs sortieren und Seiten im Auge behalten
Für den Alltag ist das vielleicht die nützlichste Neuerung. Zwei Dinge nennt Apple:
Tabs sollen sich automatisch nach Themen gruppieren, damit zusammengehörige Seiten beieinander liegen. Wer regelmäßig mit dreistelligen Tab-Zahlen unterwegs ist, kennt das Problem. Bis dahin hilft nur die harte Tour, die wir im Artikel zum Schließen aller Safari-Tabs beschrieben haben.
Dazu kommt Mitteilung an mich. Die Funktion überwacht laut Apple eine Webseite auf Änderungen, genannt werden Preise und neue Lagerbestände, und meldet sich, wenn sich etwas tut. Das könnte für viele Leute einen eigenen Preiswecker-Dienst ersetzen, weil es direkt im Browser läuft.
Passwörter ändern mit einem Fingertipp
Die Passwörter-App warnt schon heute vor schwachen und kompromittierten Zugangsdaten. Neu ist laut Apple, dass sie diese Passwörter ohne weiteren Aufwand für dich aktualisieren kann. Aus einer Warnung wird also eine Aktion.
Wie zuverlässig das über verschiedene Webseiten hinweg funktioniert, hängt daran, ob die jeweilige Seite automatisierte Passwortwechsel überhaupt unterstützt. Dazu sagt Apples Vorschauseite nichts. Bis dahin gilt weiter das Grundhandwerk, das wir unter sicheres Passwort erstellen beschrieben haben.
Kurzbefehle beschreiben statt bauen
Bisher setzt man einen Kurzbefehl aus einzelnen Aktionen zusammen. In iOS 27 soll eine Beschreibung genügen, was den Kurzbefehlen eine andere Zielgruppe erschließt. Apple zeigt als Beispiel etwa einen Kurzbefehl, der beim Verlassen eines Ortes automatisch die voraussichtliche Ankunftszeit an eine bestimmte Person schickt.
Wenn das trägt, fällt die größte Hürde dieser App weg, nämlich der Bauaufwand. Wie Kurzbefehle heute funktionieren und was sich damit schon automatisieren lässt, zeigt unsere Einführung in die Kurzbefehle auf dem iPhone.
Kindersicherung: der größte Umbau
Für Eltern steckt in dieser Ankündigung mehr als in allen KI-Funktionen zusammen. Apple nennt:
- Systemassistent mit App-Auswahl. Eltern können beim Einrichten festlegen, welche System-Apps das Kind nutzen darf, von wenigen wichtigen Apps bis zur eigenen Zusammenstellung.
- Kaufanfrage. Weitere Apps lassen sich nach und nach freigeben.
- Surfanfrage. Kinder müssen um Erlaubnis fragen, bevor sie neue Webseiten öffnen. Die Anfrage landet in Nachrichten, wo Eltern sie vor der Freigabe ansehen können. Laut Apples Fußnote greift das in Safari und anderen WebKit-Browsern und setzt eine aktualisierte Bildschirmzeit voraus.
- Kommunikationssicherheit erweitert. Der bestehende Schutz vor Nacktheit in Nachrichten und FaceTime soll künftig auch bei blutigen oder gewalttätigen Inhalten in geteilten Bildern und Videos eingreifen.
- Nutzungszeiten und Zeitpläne. Zeitbudgets pro Kategorie wie Entertainment, Games und Social Media, dazu Zeitpläne für einzelne Wochentage. Apple gibt nach eigenen Angaben altersabhängige Richtwerte vor, die mit Fachleuten aus Medizin und kindlicher Entwicklung erarbeitet wurden.
- Neues Design. Die Kindersicherung in den Einstellungen soll übersichtlicher werden, mit Nutzungsübersicht auf einen Blick.
Das ist ein ehrlicher Fortschritt gegenüber dem heutigen Zustand, in dem viele Eltern schlicht an der Bedienung der Bildschirmzeit scheitern. Ob die neue Oberfläche dieses Versprechen einlöst, lässt sich vor dem Release allerdings nicht beurteilen.
Liquid Glass bekommt einen Regler
Das ist die Neuerung, die jedes Gerät mit iOS 27 betrifft, unabhängig von Apple Intelligence. Apple schreibt: „Die Liquid Glass Updates sorgen für eine hervorragende Lesbarkeit durch eine gleichmäßigere Lichtbrechung und einen verbesserten Kontrast.“
Interessanter als die Politur ist der zweite Teil: Ein neuer Regler soll einstellbar machen, wie Liquid Glass aussieht, von ultraklar bis komplett durchgefärbt. Wer sich seit iOS 26 an durchscheinenden Flächen über Text stört, bekommt damit erstmals eine echte Stellschraube statt nur einen Schalter in den Bedienungshilfen. App-Symbole sollen zusätzlich schärfer und detaillierter werden.
Mehr Tempo, mit Apples eigenen Zahlen
Apple nennt drei konkrete Werte:
- Apps öffnen sich bis zu 30 Prozent schneller
- Neue Fotos landen bis zu 70 Prozent schneller in der Mediathek
- AirDrop überträgt bis zu 80 Prozent schneller
Diese Zahlen verdienen eine Einordnung, die Apple selbst in die Fußnoten schreibt. Es sind Apples eigene Messungen von April und Mai 2026, jeweils gegen iOS 26.4.2 und mit einer Vorabversion von iOS 27. Jeder Wert stammt zudem von einem anderen Gerät: die App-Starts vom iPhone 11 Pro Max, die Fotos vom iPhone 15 mit einer Mediathek aus 50.000 Objekten, AirDrop vom iPhone 16 Plus bei 30 MB ohne WLAN. Das sind plausible Szenarien, aber keine unabhängig geprüften Alltagswerte. Wie AirDrop heute funktioniert, steht in unserem Vergleich von AirDrop und iCloud.
Dazu kommen Verbesserungen ohne Prozentzahl: Das iPhone soll übergangsloser zwischen WLAN und Mobilfunk wechseln, die Suche in Mail soll ein neues Ranking bekommen, und im Systemkern nennt Apple unter anderem einen optimierten CPU-Scheduler.
Und der Rest in Kürze
Weitere Punkte, die Apple auf der Vorschauseite nennt:
- Bedienungshilfen. VoiceOver bekommt bessere Bildbeschreibungen und eine Anbindung an die Actiontaste. Ein neues Untertitel-Feature soll für jedes Video automatisch synchronisierte Untertitel erzeugen und vorhandene Untertitel übersetzen können.
- Geteilte iCloud-Alben. Teilen in voller Auflösung, dazu ein einfacherer Weg für Freunde mit Android oder Windows, über iCloud.com eigene Fotos beizusteuern.
- Health-App. Das Zyklusprotokoll kann auf Muster hinweisen, die auf eine Perimenopause hindeuten. Laut Apples Fußnote sind diese Mitteilungen für Personen ab 40 Jahren gedacht und ersetzen keine ärztliche Abklärung.
- Karten. Flyover rendert Gebäude und Bäume nach Apples Angaben deutlich detaillierter.
- AirPods. Ein personalisierbarer Equalizer für Tiefen, Mitten und Höhen.
- Home-App. Zusammenfassungen ähnlicher Mitteilungen und Beschreibungen von Kameraaufnahmen, dazu 4K bei unterstützten HomeKit-Secure-Video-Kameras. Die KI-Teile setzen laut Fußnote ein iPhone mit Apple Intelligence, eine Home-Zentrale und iCloud+ voraus.
- GymKit. Soll auf iPhone und AirPods Pro 3 kommen, für genauere Echtzeitdaten von Laufbändern, Crosstrainern, Rädern und Steppern.
Was noch offen ist
Der ehrlichste Teil dieser Vorschau. Vier Punkte stehen fest genug, um sie zu benennen:
Der Termin steht. Apple zeigt iOS 27 am 9. September 2026 auf der Keynote. Wann genau das fertige System auf den Geräten landet, sagt Apple erfahrungsgemäß erst dort.
Manches kommt zuerst nur auf Englisch. Apple markiert zwei Funktionen ausdrücklich mit „Demnächst auf Englisch“: die Vorschläge in Nachrichten und Mail sowie den Anrufkontext, der beim Telefonat mit einem Unternehmen passende Infos aus deinen Apps einblenden soll, etwa einen Buchungscode aus Mail beim Anruf bei einer Fluggesellschaft. Wann das auf Deutsch kommt, sagt Apple nicht.
Das neue Siri fehlt hier zunächst ganz. Apple schreibt selbst, dass Siri AI später im Jahr zuerst auf Englisch erscheint und in der EU vorerst gar nicht. Für Deutschland ist das der größte Haken an dieser Ankündigung, und er hat einen eigenen Grund: warum Siri in der EU vorerst außen vor bleibt.
Nichts davon ist getestet. Alle Angaben in diesem Artikel sind Ankündigungen, keine Erfahrungswerte. Funktionen aus einer Vorschau können sich bis zur Veröffentlichung ändern, verschoben werden oder anders aussehen als beschrieben.
Häufige Fragen
Wann kommt iOS 27?
Vorgestellt wird es am 9. September 2026. Das fertige Update folgt erfahrungsgemäß wenige Tage später. Aktueller Stand ist bis dahin iOS 26.6.1.
Bekommt mein iPhone iOS 27?
Nach Apples Geräteliste alle Modelle ab iPhone 11 und iPhone SE der 2. Generation. Die Liste ist identisch mit der von iOS 26, es fällt also kein iPhone heraus.
Brauche ich für alle neuen Funktionen ein neues iPhone?
Nein. Das überarbeitete Liquid Glass mit dem neuen Regler, das höhere Tempo, der nahtlosere Netzwerkwechsel und die neuen Funktionen der Kindersicherung hängen nicht an Apple Intelligence. Die Werkzeuge in Fotos, Image Playground, die Safari-Neuerungen und das Beschreiben von Kurzbefehlen ordnet Apple dagegen dem Apple-Intelligence-Bereich zu, der beim iPhone 15 Pro beginnt.
Kommt das neue Siri in Deutschland?
Zum Start nicht. Apple schreibt, Siri AI erscheine später im Jahr auf Englisch und sei in der EU zunächst nicht auf iOS, iPadOS und watchOS verfügbar.
Kann ich iOS 27 jetzt schon ausprobieren?
Diese Vorschau beschreibt Apples Ankündigung, nicht eine installierbare Version. Solange Apple nichts freigibt, bleibt iOS 26.6.1 der aktuelle Stand für den Alltag.
Was du jetzt tun kannst
Bis zum Herbst gibt es an iOS 27 nichts einzustellen, aber zwei Dinge lohnen sich trotzdem. Prüfe, ob dein iPhone auf der Geräteliste steht, und sorge für ein aktuelles Backup, damit der Wechsel später ohne Nachdenken läuft. Welcher Weg dafür der bessere ist, klärt unser Vergleich von iCloud-Backup und Mac-Backup.
Und wer bis dahin mehr aus dem aktuellen System holen will, findet in der Übersicht der wichtigsten Neuerungen in iOS 26 einiges, was im Alltag hängen bleibt. Vieles, worüber im Herbst geredet wird, liegt dort längst einsatzbereit auf dem Gerät.