Ratgeber Veröffentlicht am 11. September 2026 6 Min. Lesezeit

AirPods 5: Was die neuen Einstiegs-AirPods können

Die AirPods 5 bringen Geräuschunterdrückung ins 149-Euro-Modell und ersetzen die AirPods 4. Was besser wird und wo Apple gespart hat.

Die AirPods 5 im offenen Ladecase, weiterhin ohne Silikonaufsätze. Bild: Apple

Apple hat die AirPods 5 vorgestellt, und die wichtigste Nachricht steht nicht im Datenblatt, sondern in der Preisliste: Geräuschunterdrückung gibt es jetzt ab 149 Euro. Bisher kostete das kleinste Modell mit dieser Funktion 199 Euro. Die AirPods 4 verschwinden dafür aus dem Sortiment, die AirPods 5 sind ihr direkter Nachfolger.

Was sich gegenüber den AirPods 4 ändert:

  1. Geräuschunterdrückung im Basismodell. Zuvor war sie der teureren Variante vorbehalten.
  2. Bis zu 50 Prozent mehr gefilterter Lärm als bei den AirPods 4 mit Geräuschunterdrückung, laut Apple durch eine neue Kanalführung im Gehäuse.
  3. IP57 statt IP54, und zwar samt Ladecase. Schweiß und Regen sind damit unkritischer.
  4. Live-Übersetzung auch im Einstiegsmodell, dazu Kopfnicken und Kopfschütteln als Antwort auf Siri-Rückfragen.

Nicht geändert hat sich der Chip. Es bleibt beim H2 aus den AirPods 4, ein H3 war ein Gerücht und ist nicht gekommen.

Zwei Varianten, und der Unterschied ist größer als 20 Euro

Apple verkauft die AirPods 5 in zwei Ausführungen, und die Unterschiede stecken im Kleingedruckten.

AirPods 5mit kabellosem Ladecase
Preis149 €169 €
Akku mit Geräuschunterdrückung4 Std.5 Std.
Ohne Geräuschunterdrückung6 Std.7 Std.
Mit Ladecase gesamt20 Std.22 Std.
Kabelloses Ladenneinja
Lautstärke per Wischgesteneinja
Lautsprecher im Case für „Wo ist?”neinja

Hier lohnt der genaue Blick: Das 149-Euro-Modell hält mit Geräuschunterdrückung exakt so lange durch wie die alten AirPods 4 mit Geräuschunterdrückung, nämlich vier Stunden. Die zusätzliche Stunde, mit der Apple wirbt, bekommt nur, wer die teurere Variante nimmt. Auch die neue Wischgeste für die Lautstärke, in der Mitteilung prominent erwähnt, gibt es nur dort. Für 20 Euro Aufpreis ist das trotzdem die sinnvollere Wahl.

Die AirPods 5 im Alltag, weiterhin mit offenem Design ohne Silikonaufsatz. Bild: Apple
Die AirPods 5 im Alltag, weiterhin mit offenem Design ohne Silikonaufsatz. Bild: Apple

Wie gut kann Geräuschunterdrückung ohne Silikonaufsatz sein?

Das ist die entscheidende Frage, und Apple beantwortet sie selbst erstaunlich offen. Die AirPods 5 haben weiterhin ein offenes Design: Sie liegen in der Ohrmuschel, statt den Gehörgang abzudichten. Ohne Abdichtung fehlt die passive Dämmung, und die Elektronik muss allein gegen den Lärm ankämpfen.

Apples eigene Zahl dazu steht auf der Vergleichsseite: Die AirPods Pro 3 filtern bis zu dreimal mehr Lärm als die AirPods 5. Der Anspruch „beste Geräuschunterdrückung ihrer Klasse” bezieht sich ausdrücklich auf Kopfhörer mit offenem Design, nicht auf alle Kopfhörer.

Praktisch heißt das: Für Büro, Küche und Spaziergang reicht das gut. Wer im Zug, im Flugzeug oder im Großraumbüro wirklich Ruhe will, kommt an den AirPods Pro 3 für 249 Euro nicht vorbei. Das offene Design hat dafür einen Vorteil, den man leicht übersieht: Es drückt nicht und erzeugt keinen Unterdruck, viele Menschen können es stundenlang tragen.

Was die AirPods 5 nicht können

Ein paar Funktionen bleiben der Pro-Klasse vorbehalten, und das sind genau die, nach denen oft gefragt wird:

  • Keine Herzfrequenzmessung beim Training.
  • Kein Hörtest und keine Hörgerätefunktion. Wer die AirPods als Hörhilfe nutzen möchte, braucht die Pro. Wie das funktioniert und für wen es taugt, steht in unserem Artikel zum Hörtest mit den AirPods Pro.
  • Kein verlustfreies Audio.
  • Kein Bluetooth-Update: Es bleibt bei Version 5.3.

Für Deutschland gilt eine Einschränkung

Apple bewirbt in den USA prominent den freihändigen Zugriff auf das neue Siri über die AirPods. In der deutschen Fassung derselben Pressemitteilung fehlt dieser Abschnitt vollständig, und das hat einen Grund: Siri AI startet in der EU zunächst nicht. Ohne dieses neue Siri fällt die beworbene Freihand-Bedienung hier weg. Warum das so ist, haben wir in unserem Artikel dazu aufgeschrieben, was bei Siri AI in der EU vorerst fehlt.

Die gute Nachricht daneben: Die Live-Übersetzung funktioniert in Deutschland, auf Deutsch, und es gibt sie jetzt auch im Einstiegsmodell. Sie kam nach einer DMA-bedingten Verzögerung im Dezember 2025 in die EU. Was sie im Alltag taugt, steht in unserem Test der Live-Übersetzung.

Lohnt der Umstieg?

Von den AirPods 4 ohne Geräuschunterdrückung: Ja, wenn dich Umgebungslärm stört. Das ist der eigentliche Sprung, und er kostet dich keinen Aufpreis gegenüber dem alten Einstiegspreis.

Von den AirPods 4 mit Geräuschunterdrückung: Eher nicht. Du bekommst eine spürbar bessere Filterung und besseren Spritzwasserschutz, aber denselben Chip und dieselbe Akkulaufzeit. Das lohnt sich, wenn deine alten ohnehin schwächeln.

Von den AirPods Pro 2 oder 3: Nein. Du würdest bei Geräuschunterdrückung, Klang und Funktionsumfang deutlich zurückgehen.

Als erste AirPods überhaupt: Ja, mit der 169-Euro-Variante. Der Aufpreis bringt kabelloses Laden, eine Stunde mehr Akku und die Lautstärkegeste.

Preise und Termine

ModellPreisVorbestellungVerkaufsstart
AirPods 5149 €ab sofort18. September
AirPods 5 mit kabellosem Ladecase169 €ab sofort18. September
AirPods Pro 3 (unverändert)249 €im Handel

Die AirPods 4 hat Apple aus dem eigenen Store genommen. Im Handel dürfte es Restbestände geben, und dort kann ein Auslaufmodell kurzfristig günstig sein. Rechne aber nach: Wenn die AirPods 4 mit Geräuschunterdrückung nicht deutlich unter 149 Euro liegen, sind die AirPods 5 die bessere Wahl.

Häufige Fragen

Haben die AirPods 5 einen neuen Chip?

Nein. Es bleibt beim H2, der schon in den AirPods 4 steckte. Die bessere Geräuschunterdrückung kommt laut Apple aus der neuen Gehäusekonstruktion und der Software, nicht aus neuer Rechenleistung.

Ersetzen die AirPods 5 die AirPods 4?

Ja. Apple hat die Produktseiten der AirPods 4 auf die AirPods 5 umgeleitet, im Apple Store gibt es sie nicht mehr.

Kann ich sie zum Telefonieren im Regen tragen?

Die Schutzart IP57 deckt Spritzwasser und Regen ab, jetzt auch für das Ladecase. Zum Schwimmen sind sie trotzdem nicht gedacht.

Funktioniert die Live-Übersetzung in Deutschland?

Ja, seit Dezember 2025 und auch auf Deutsch. Das neue Siri dagegen startet in der EU vorerst nicht.

Unser Fazit

Die AirPods 5 sind kein technischer Sprung, sondern eine Preisentscheidung. Derselbe Chip, dasselbe Design, dieselbe Akkulaufzeit im Basismodell, aber Geräuschunterdrückung für 50 Euro weniger als bisher. Für alle, die bisher zum günstigsten Modell gegriffen haben, ist das ein klarer Gewinn.

Wer echte Ruhe braucht, sollte die 100 Euro Aufpreis zu den Pro 3 einplanen. Und wer schon AirPods 4 mit Geräuschunterdrückung besitzt, wartet besser auf die nächste Generation.

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