watchOS 27: Was sich auf der Apple Watch ändert
watchOS 27 bringt ein dynamisches App-Raster, eine Tipp-Geste für eine Hand und eine deutlich kürzere Modellliste. Was Apple bisher belegt hat.
watchOS 27 lief am 9. September 2026 auf Apples Keynote vor, das fertige Update erscheint am 14. September 2026. Die unangenehmste Nachricht zuerst: watchOS 27 läuft nur noch auf Series 9 und neuer, SE 3, Ultra 2 und neuer, dazu die heute vorgestellten Series 12 und Ultra 4 – fünf Baureihen, die watchOS 26 noch bekamen, fallen dieses Jahr raus. Alles Weitere stammt aus Apples eigener Vorschau, die Software ist noch nicht öffentlich verfügbar, wie sich Gesten im Alltag anfühlen lässt sich also erst am Handgelenk beurteilen.
Welche Apple Watch das Update bekommt, hängt am selben Modelljahr-Schnitt wie bei den iPhones, den wir in der Kompatibilitätsliste zu iOS 27 aufgeschlüsselt haben.
Die Modellliste ist dieses Jahr die eigentliche Nachricht
watchOS 27 läuft auf:
- Apple Watch Series 9
- Apple Watch Series 10
- Apple Watch Series 11
- Apple Watch SE 3
- Apple Watch Ultra 2
- Apple Watch Ultra 3
watchOS 26 lief laut Apples Support-Seite noch auf Series 6 und neuer, der SE 2 und neuer sowie der Ultra und neuer. Heraus fallen also Series 6, 7, 8, die SE der 2. Generation – und die erste Apple Watch Ultra, damals das teuerste Modell ihrer Generation. Wer eine dieser Uhren trägt, verliert dadurch nichts von dem, was heute läuft: Sie bleibt auf watchOS 26 stehen und funktioniert dort unverändert weiter, es kommen nur keine neuen Funktionen mehr.
Auffällig: Die Liste ist deckungsgleich mit den Uhren, auf denen Apple Intelligence läuft (Series 9 und neuer, Ultra 2 und neuer, SE 3). Als Begründung für den Schnitt nennt Apple das nicht, als Muster ist es trotzdem kaum zu übersehen.
Ohne passendes iPhone geht es nicht
Apple setzt zusätzlich ein iPhone 11 oder neuer beziehungsweise ein iPhone SE der 2. Generation oder neuer voraus, auf dem iOS 27 läuft – eine niedrigere Hürde als im Vorjahr (watchOS 26 verlangte mindestens ein iPhone SE der 3. Generation). Beim iPhone selbst fällt in diesem Herbst kein einziges Modell aus der Unterstützung; die Liste zu iOS 27 ist dieselbe wie zu iOS 26.
Wer eine kompatible Uhr, aber ein älteres iPhone hat, muss zuerst das iPhone aktualisieren. Das Watch-Update selbst startest du danach unter Einstellungen → Allgemein → Softwareupdate auf der Uhr, oder über die Apple Watch App auf dem iPhone unter Meine Uhr → Allgemein → Softwareupdate.
Was praktisch neu ist
Dynamisches App-Raster. Die App-Übersicht bekommt ein neues, dynamisches Raster statt der wabenförmigen Ansicht, in der Symbole zum Rand hin kleiner werden. Details nennt Apple noch nicht, dürfte aber die überfälligste Änderung des Updates sein.
Eine Geste ohne zweite Hand. Zeigefinger und Daumen der Handgelenk-Hand zusammentippen wählt künftig ein Widget im Smart Stapel aus – ohne die andere Hand zu benutzen. Praktisch mit Einkaufstüten, Kinderwagen oder Hund an der Leine. Die Geste baut auf der bestehenden Doppeltipp-Geste auf; ob sie zuverlässig auslöst und nicht versehentlich beim Türöffnen feuert, zeigt erst der Alltag.
Der Smart Stapel schlägt mehr vor: Geburtstage von Freundinnen und Freunden, den Standort des geparkten Autos, einen angepassten Wecker für Feiertage. Klingt nach Kleinkram, spart aber täglich Zeit – gerade beim geparkten Wagen will man in dem Moment selten erst das iPhone hervorkramen.
Wo ist? zeigt Geräte, Personen und Objekte künftig kartenzentrisch statt als Liste – auf dem kleinen Display eine echte Verbesserung, weil Entfernung und Richtung räumlich schneller zu erfassen sind. Einrichtung auf dem iPhone: Wo ist? App auf dem iPhone.
Wallet: eigene Pässe aus jedem Barcode. Für Mitgliedschaften und Karten mit QR- oder Barcode, Beispiel Bibliothekskarte, lassen sich künftig eigene Pässe anlegen und im Smart Stapel anpinnen – Kundenkarten landen so dort, wo man sie an der Theke braucht, statt in einer Foto-Sammlung. Einrichtung: Apple Wallet einrichten.
Genaueres Laufband-Tracking. Verbesserte Algorithmen sollen die Distanz bei Indoor-Läufen und Walks genauer messen – die Disziplin, in der die Uhr bisher am häufigsten danebenliegt, weil draußen das GPS korrigiert und auf dem Laufband nur die Armbewegung zählt. Um wie viel genauer, beziffert Apple nicht. Dazu synchronisiert sich die Schrittzahl in Fitness und Health künftig, zwei verschiedene Zahlen für denselben Tag gehören damit der Vergangenheit an.
Zyklusprotokoll: Hinweise auf die Perimenopause
Die inhaltlich größte Neuerung im Gesundheitsbereich: Das Zyklusprotokoll in der Health App kann Mitteilungen senden, wenn protokollierte Zyklusmuster auf eine Perimenopause hindeuten, und lässt sich dann um zugehörige Symptome ergänzen. Wegen der Tragweite haben wir dem Thema einen eigenen Artikel gewidmet.
Apples eigene Fußnote gehört zur Funktion dazu: Sie ist keine Verhütungsmethode, dient nicht der Diagnose, beruht ausschließlich auf selbst protokollierten Daten, ist laut Apple für Personen ab 40 gedacht und ersetzt herkömmliche Diagnose- oder Behandlungsmethoden ausdrücklich nicht. Sie ist ein Anstoß – ein Hinweis, dass ein Muster auffällig ist und ein Arztgespräch lohnen könnte, keine Diagnose.
Apple Watch für Kinder
Über einen Kinderaccount lässt sich eine Uhr fürs eigene Kind einrichten, auch ohne eigenes iPhone – nicht alle Funktionen stehen dann zur Verfügung, Mobilfunk braucht einen eigenen Tarif. Für Familien eine ernstzunehmende Alternative zum ersten Smartphone: Erreichbarkeit und Standort ohne App Store und Social Media sind ein deutlich kleinerer Schritt als gleich ein iPhone.
Liquid Glass und Siri
Optisch bleibt es beim Designkurs des Vorjahres, nur sauberer: optimiertes Liquid Glass mit gleichmäßigerer Lichtbrechung und besserem Kontrast. Dazu zwei Kleinigkeiten: Die Musikwiedergabe startet schneller, das System schlägt Batterie-Optimierungen vor.
Für deutsche Nutzer wichtiger ist ein Satz, den Apple auf allen Vorschauseiten nach oben stellt: Siri AI kommt später in diesem Jahr auf Englisch und ist in der EU zunächst nicht auf iOS, iPadOS und watchOS verfügbar. Das neue Siri erscheint also nicht mit watchOS 27, sondern danach – und auf der Apple Watch in der EU vorerst gar nicht. Was das heutige Siri schon kann, steht im Ratgeber zum neuen Siri mit Apple Intelligence.
Häufige Fragen
Bekommt meine Apple Watch Series 8 noch watchOS 27?
Nein. Apple listet nur Series 9, 10, 11, SE 3, Ultra 2 und Ultra 3. Die Series 8 bleibt auf watchOS 26 und funktioniert dort unverändert weiter.
Bekommt die erste Apple Watch Ultra watchOS 27?
Nein. In Apples Liste stehen nur Ultra 2 und Ultra 3, obwohl die erste Ultra watchOS 26 noch bekommen hat.
Welches iPhone brauche ich für watchOS 27?
Ein iPhone 11 oder neuer oder ein iPhone SE der 2. Generation oder neuer, jeweils mit iOS 27 – das iPhone muss also mit aktualisiert werden.
Funktioniert die neue Tipp-Geste auf jeder unterstützten Uhr?
Apple macht dazu keine Angabe. Auf der Vorschauseite steht die Geste ohne Modelleinschränkung, verlässlich lässt sich das erst mit der Veröffentlichung sagen.
Kommt das neue Siri auf meine Apple Watch?
In der EU zunächst nicht. Siri AI erscheint später im Jahr auf Englisch und ist in der EU vorerst nicht auf iOS, iPadOS und watchOS verfügbar.
Was du jetzt tun kannst
Schau unter Einstellungen → Allgemein → Info auf deiner Uhr nach, welches Modell du trägst, und gleiche es mit der Liste oben ab. Steht deine Watch nicht drauf, ist das kein Grund zur Eile, nur die Information, dass die nächste Funktionswelle an ihr vorbeigeht. Wenn du ohnehin überlegst, was die Uhr im Alltag wirklich für dich tut, lohnt der Blick in unsere Bilanz dazu, wie sich die Apple Watch täglich nutzen lässt.