Ratgeber Veröffentlicht am 9. September 2026 13 Min. Lesezeit

iPhone 18 Pro und iPhone Duo: Was wirklich neu ist

Variable Blende, faltbares Display, 2 TB Speicher: was die neuen iPhones können und wie sie sich vom iPhone 17, 16 und 15 Pro absetzen.

Das iPhone Duo, zugeklappt mit 5,4-Zoll-Außendisplay und aufgeklappt mit 7,6-Zoll-Innendisplay. Bild: Apple

Apple hat heute Abend das iPhone 18 Pro, das iPhone 18 Pro Max und mit dem iPhone Duo sein erstes faltbares iPhone gezeigt. Die kurze Antwort vorweg: Wer ein iPhone 17 Pro besitzt, kann sitzen bleiben. Die wirklich neue Sache am Pro ist die variable Blende, alles andere ist Feinschliff. Interessant wird es ab einem iPhone 15 Pro abwärts, und das Duo ist ohnehin eine eigene Geräteklasse zu einem eigenen Preis.

Das ist beim iPhone 18 Pro wirklich neu, alles andere ist Politur:

  1. Variable Blende in der Hauptkamera, vier echte Stufen von ƒ/1.48 bis ƒ/4. Die erste Änderung am Blendenwert seit dem iPhone 15 Pro.
  2. A20 Pro in 2 Nanometern mit dreifach größerer Dampfkammer, dadurch hält die Leistung unter Last länger an.
  3. Apples eigenes C2-Modem statt Qualcomm, 15 Prozent sparsamer.
  4. 2 Terabyte Speicher erstmals wählbar, und eine kleinere Dynamic Island.

Nicht angefasst hat Apple dagegen Teleobjektiv, Ultraweitwinkel, Frontkamera und Displayhelligkeit. Genau das entscheidet, ob sich der Wechsel für dich lohnt.

Die variable Blende ist die eigentliche Neuerung

Bisher hatte jede iPhone-Hauptkamera genau einen Blendenwert, seit dem iPhone 15 Pro unverändert ƒ/1.78. Die Schärfentiefe, also wie viel vom Bild neben dem Motiv scharf bleibt, hat die Software hinterher simuliert. Beim iPhone 18 Pro sitzen laut Apples Pressemitteilung jetzt sechs lasergeschnittene Lamellen in der 48-Megapixel-Hauptkamera, die vier echte Blendenstufen fahren: ƒ/1.48, ƒ/1.8, ƒ/2.8 und ƒ/4.

Das ist keine Spielerei. ƒ/1.48 lässt deutlich mehr Licht auf den Sensor, Apple beziffert das mit rund 50 Prozent besserer Leistung bei wenig Licht. ƒ/4 hält umgekehrt eine ganze Gruppe scharf, statt die hintere Reihe weichzurechnen. Wichtig für die Kaufentscheidung: Die variable Blende steckt in beiden Pro-Modellen, nicht nur im Pro Max, und sie betrifft ausschließlich die Hauptkamera. Ultraweitwinkel und Tele behalten ihre feste Blende.

Dazu kommen manuelle Regler für Blende, Belichtungszeit und Weißabgleich direkt in der Kamera-App. Diese Steuerung öffnet Apple auch für andere Apps.

Was sonst noch dazukommt

Der A20 Pro ist der erste iPhone-Chip in 2-Nanometer-Fertigung. Feinere Strukturen bedeuten mehr Leistung bei weniger Strom. Apple nennt eine bis zu 40 Prozent schnellere Grafikeinheit gegenüber dem A19 Pro und die doppelte KI-Rechenleistung. Praktisch wichtiger ist die überarbeitete Dampfkammer mit dreifacher Fläche: Sie hält die Leistung länger oben, statt dass das Gerät nach zehn Minuten Videoschnitt herunterregelt.

Beim C2-Modem lohnt ein zweiter Blick: Es ersetzt Qualcomm-Technik und spart Energie, mmWave-5G gibt es damit aber nur in den USA. In Deutschland bleibt es bei 5G unter 6 Gigahertz. Dazu kommt Ceramic Shield 2 auf der Vorderseite, laut Apple dreimal kratzfester als bisher.

Das iPhone 18 Pro in Schwarz, Silber, Polar und Burgunder. Bild: Apple
Das iPhone 18 Pro in Schwarz, Silber, Polar und Burgunder. Bild: Apple

Ein Hinweis, der in den Datenblättern leicht untergeht: Die in Deutschland verkauften Modelle mit SIM-Schacht halten kürzer durch als die reinen eSIM-Modelle aus den USA. Apple gibt für das iPhone 18 Pro hier bis zu 34 Stunden Videowiedergabe an, in den USA sind es 36. Wer Laufzeit-Vergleiche aus internationalen Tests liest, sollte das im Kopf behalten.

Das iPhone Duo: Apples erstes faltbares iPhone

Aufgeklappt misst das Innendisplay 7,6 Zoll, zugeklappt bleibt außen ein 5,4-Zoll-Bildschirm, der laut Apple über 90 Prozent der Fläche eines iPhone 18 Pro erreicht. Das ist der entscheidende Unterschied zu manchem Falt-Handy: Das Außendisplay ist kein Notbehelf, sondern ein vollwertiges Telefon. Aufgeklappt ist das Duo mit 5,2 Millimetern das dünnste iPhone überhaupt, zugeklappt sind es 11,3 Millimeter bei 254 Gramm.

Gegen die Falte in der Mitte setzt Apple eine matte Nanotextur, die ihre Sichtbarkeit verringern soll. Beachte die Formulierung: Apple sagt nicht, dass die Falte weg ist, sondern dass man sie weniger sieht. Ob man sie beim Wischen spürt, steht in keinem offiziellen Dokument und lässt sich erst am Gerät beurteilen.

Das iPhone Duo in Sternenweiß und Nachthimmel. Bild: Apple
Das iPhone Duo in Sternenweiß und Nachthimmel. Bild: Apple

Drei Punkte, die man vor dem Vorbestellen kennen sollte. Entsperrt wird per Touch ID im Seitenknopf, Face ID gibt es nicht (warum, steht gleich unten). Die Kamera hat nur zwei Linsen statt drei, beide mit 48 Megapixeln, ein 2-fach-Ausschnitt aus der Hauptkamera ersetzt das fehlende Tele. Und die Unterstützung für den Apple Pencil mit USB-C reicht Apple erst später im Jahr nach, sie ist zum Verkaufsstart nicht da.

Der Akku ist auf beide Hälften verteilt und hält je nach Nutzung sehr unterschiedlich lange: bis zu 31 Stunden Video auf dem Innendisplay, bis zu 44 Stunden auf dem kleinen Außendisplay.

Warum das Duo kein Face ID hat

Apple sagt dazu von sich aus nichts, die Erklärung liegt aber in der Technik. Face ID arbeitet mit einem Punktprojektor und einer Infrarotkamera, die freie Sicht auf dein Gesicht brauchen. Die Kamera im Innendisplay sitzt hinter dem Bildschirm, und Displayschichten stören genau dieses Infrarotlicht. Dazu kommt: Weil das Duo auf beiden Seiten einen vollwertigen Bildschirm hat, müsste Apple die ganze Sensorik doppelt einbauen, einmal außen und einmal innen. Analyst Ming-Chi Kuo hatte schon vor der Keynote berichtet, dass Apple deshalb auf Face ID verzichtet und den Platz spart.

Für dich heißt das im Alltag: Entsperren per Fingerabdruck am Seitenknopf funktioniert auf- und zugeklappt, und wer eine Apple Watch trägt, kann das Duo laut Apple auch darüber entsperren. Aber Apple Pay per Blick, das Ausblenden von Benachrichtigungen bis du hinschaust und Face-ID-Anmeldungen in Bank-Apps laufen anders als du es vom iPhone gewohnt bist.

Wie lange hält das Scharnier?

Apple nennt keine Zahl. Weder Pressemitteilung noch Datenblatt sagen, wie viele Faltungen das Scharnier aushält. Das fällt auf, weil Apple sonst gern präzise wird: Ceramic Shield 2 ist „dreimal kratzfester“.

Vor der Keynote kursierten Werte zwischen 200.000 und 400.000 Faltungen. Keiner davon lässt sich auf einen benannten Zulieferer oder Analysten zurückführen, und die meistgenannte Zahl, 300.000, ist in Wahrheit Samsungs interner Prüfwert für die eigenen Geräte. Von Apple bestätigt ist nichts davon.

Zum Einordnen taugt die einzige offizielle Zahl am Markt: Samsung nennt für seine Falt-Handys über 200.000 Faltungen und rechnet dabei mit 100 Öffnungen pro Tag, also gut fünfeinhalb Jahre. Wer 200 Mal täglich aufklappt (dazu verleitet ein kleines Außendisplay), liegt bei unter drei Jahren. Eine Zyklenzahl ohne die unterstellte Nutzung sagt also wenig.

In der Praxis geht bei Faltgeräten vor allem eines kaputt: Staub im Scharnier. iFixit hat ein Galaxy Z Fold 8 mit feinem Pulver und Sand traktiert, danach mahlte das Scharnier hörbar und ließ sich nicht mehr normal öffnen. Ältere Falt-Handys hatten entweder gar keine Staubprüfung oder nur eine gegen Teilchen ab einem Millimeter. Das Duo ist nach IP68 staubdicht, und das ist der Punkt, an dem es konstruktiv wirklich besser dasteht. Der Erste ist Apple damit nicht, Googles Pixel 10 Pro Fold kann das seit 2025.

Eine Sorge bleibt: Ausgerechnet Scharnier-Geräusche nach Dauertests galten in Zulieferer-Berichten als Grund, warum Apple die Produktion im Sommer verschoben hat. Bestätigt hat Apple auch das nicht.

Warum ich das Duo für ein Statussymbol halte

Apple kann Marketing, und heute Abend hat es wieder funktioniert: Das Duo löst das Haben-Wollen aus, bevor man die Frage nach dem Nutzen überhaupt gestellt hat. Ich halte es für das Apple-Statussymbol des kommenden Jahres. Nichts, was man wirklich braucht, aber mit ein paar Kunststücken, die man gerne einmal ausprobieren würde: freihändiges FaceTime auf dem stehenden Gerät, zwei Apps nebeneinander, ein Tablet in der Hosentasche.

Die ehrliche Frage ist, wie viel davon im Alltag übrig bleibt. Aufklappen ist eine bewusste Handlung, und das meiste am Telefon erledigt man in Sekunden auf dem Außendisplay.

Technisch fällt auf, dass Apple hier weiterverwendet, was es beim iPhone Air gelernt hat. Der Titanrahmen ist dieselbe Antwort auf dasselbe Problem: sehr dünn bauen, ohne dass sich etwas verbiegt. Bloombergs Mark Gurman hat das Gerät vorab als zwei am Scharnier verbundene iPhone Air beschrieben, und die heutigen Daten geben ihm recht: 5,2 Millimeter aufgeklappt, Titan der Güte 5, das Innenleben in die Kameraplattform gepackt.

Das iPhone 18 Pro gegen seine drei Vorgänger

Alle Werte für das jeweils kleinere Pro-Modell, Laufzeiten nach Apple-Angabe für die deutschen Varianten.

iPhone 18 ProiPhone 17 ProiPhone 16 ProiPhone 15 Pro
Jahr2026202520242023
ChipA20 Pro (2 nm)A19 Pro (3 nm)A18 Pro (3 nm)A17 Pro (3 nm)
Display6,3”, 3.000 Nits6,3”, 3.000 Nits6,3”, 2.000 Nits6,1”, 2.000 Nits
Hauptkamera48 MP, ƒ/1.48–ƒ/4 variabel48 MP, ƒ/1.78 fest48 MP, ƒ/1.78 fest48 MP, ƒ/1.78 fest
Tele4x, 48 MP4x, 48 MP5x, 12 MP3x, 12 MP
Ultraweitwinkel48 MP48 MP48 MP12 MP
Frontkamera18 MP18 MP12 MP12 MP
ModemApple C2QualcommQualcommQualcomm
Videobis 34 Std.bis 33 Std.bis 27 Std.bis 23 Std.
RahmenAluminiumAluminiumTitanTitan
Gewicht211 g206 g199 g187 g
Start-Preis1.449 € (256 GB)1.299 € (256 GB)1.199 € (128 GB)1.199 € (128 GB)

Die Tabelle zeigt das Muster deutlicher als jede Ankündigung: Zwischen dem 17 Pro und dem 18 Pro ändert sich in vier von fünf Kamera- und Display-Zeilen gar nichts. Der Sprung liegt zwei Jahre weiter zurück, zwischen dem 16 Pro und dem 17 Pro, als Helligkeit, Frontkamera und Akku gleichzeitig zulegten.

Lohnt der Wechsel?

Vom iPhone 17 Pro: Nein, außer du fotografierst ernsthaft. Die variable Blende ist der einzige Grund, und eine Stunde mehr Videolaufzeit für 150 Euro Aufpreis ist keiner.

Vom iPhone 16 Pro: Kommt darauf an. Du bekommst 3.000 statt 2.000 Nits, sieben Stunden mehr Laufzeit und eine deutlich bessere Frontkamera. Das Tele verliert dabei allerdings Reichweite, von 5-fach auf 4-fach.

Vom iPhone 15 Pro oder älter: Ja. Hier summieren sich drei Generationen: elf Stunden mehr Videolaufzeit, 50 Prozent mehr Helligkeit im Freien, 48 statt 12 Megapixel im Ultraweitwinkel und der doppelte Basisspeicher.

Wichtig für alle, die noch überlegen: Das normale iPhone 18 ohne Pro ist heute nicht erschienen und wird erst 2027 erwartet. Wenn du damit geliebäugelt hast, findest du die Hintergründe in unserer Einschätzung, ob sich das Warten auf das iPhone 18 lohnt. Und falls du wechselst: Wie du dein altes Gerät ohne Datenreste sicher verkaufst, steht in unserer Checkliste. Ein Zwang ist der Wechsel ohnehin nicht, iOS 27 läuft bis zurück zum iPhone 11.

Welches Gerät für wen

GerätPasst zu dir, wennEher nicht, wenn
iPhone 18 Produ viel fotografierst und die Blendensteuerung wirklich nutztdein 17 Pro noch gut läuft
iPhone 18 Pro Maxdu Akkulaufzeit über alles stellst, 43 statt 34 Stunden Videodir 6,9 Zoll zu unhandlich sind
iPhone Duodu ein großes Display willst, das in die Hosentasche passtdu auf Face ID, ein Teleobjektiv oder einen erprobten Formfaktor angewiesen bist

Preise und Termine

ModellabVorbestellungVerkaufsstart
iPhone 18 Pro1.449 €12. September, 14 Uhr18. September
iPhone 18 Pro Max1.599 €12. September, 14 Uhr18. September
iPhone Duo2.299 €16. Oktober, 14 Uhr23. Oktober

Der Basisspeicher bleibt bei allen dreien 256 Gigabyte. Wer die neue 2-Terabyte-Stufe will, zahlt beim iPhone 18 Pro 2.949 Euro und beim Duo 3.799 Euro.

Die Konfigurationen und alle Speichergrößen stehen bei Apple direkt: iPhone 18 Pro kaufen und iPhone Duo kaufen.

iOS 27 ist auf den neuen Geräten vorinstalliert und erscheint für ältere iPhones am 14. September. Eine Einschränkung für uns in Deutschland: Die neue KI-Siri startet zunächst nicht in der EU und zunächst nur auf Englisch. Wann sie hier ankommt, sagt Apple nicht. Warum Apple solche Funktionen gestaffelt ausrollt, ordnen wir im Apple-Produktzyklus ein.

Häufige Fragen

Ist das iPhone Duo wasserdicht?

Es ist nach IP68 geschützt, laut Apple bis zu 6 Meter für maximal 30 Minuten. Das ist derselbe Wert wie beim iPhone 18 Pro, trotz Scharnier.

Warum kostet das iPhone 18 Pro 150 Euro mehr als sein Vorgänger?

Apple begründet den Aufschlag nicht. Der Basisspeicher bleibt bei 256 GB, anders als beim Wechsel vom 16 Pro zum 17 Pro, wo sich der Speicher zum Aufpreis verdoppelte.

Hat das iPhone Duo Face ID?

Nein. Apples technische Daten führen für das Duo Touch ID im Seitenknopf auf, wörtlich einen „Fingerabdrucksensor, integriert in die Seitentaste“. Face ID taucht dort an keiner Stelle auf. Als zweiten Weg nannte Apple auf der Keynote das Entsperren mit einer Apple Watch.

Braucht das iPhone Duo eine eSIM?

Ja, es hat weltweit keinen SIM-Schacht. Die Pro-Modelle haben in Deutschland weiterhin einen.

Unser Fazit

Das iPhone 18 Pro ist ein gutes Gerät und ein schwaches Upgrade. Wenn du in den letzten zwölf Monaten ein 17 Pro gekauft hast, spar dir das Geld und warte auf die nächste Generation. Kommst du von einem 15 Pro oder älter, ist der 18. September ein guter Termin, vorbestellen kannst du ab dem 12. September direkt bei Apple.

Beim iPhone Duo würde ich niemandem raten, blind vorzubestellen. Erste Falt-Generationen haben es an sich, ihre Schwächen erst nach ein paar Wochen zu zeigen, und 2.299 Euro sind zu viel Geld für ein Versprechen. Bis zum 23. Oktober ist ohnehin Zeit, und bis dahin gibt es echte Erfahrungsberichte statt Pressebilder.

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