Die besten Lern-Apps für Schüler
Welche Lern-Apps Schülern wirklich helfen, welche nur beschäftigen und warum die beste für die meisten Fächer nichts kostet.
Der Markt für Lern-Apps ist unübersichtlich, und viele Apps verkaufen vor allem ein gutes Gefühl. Bunte Belohnungssysteme, Streaks, Ranglisten. Das motiviert kurz und ändert wenig, wenn der Stoff nicht sitzt.
Diese Auswahl geht anders vor. Sie ordnet Apps nach dem Problem, das sie tatsächlich lösen. Und sie beginnt mit der wichtigsten Erkenntnis: Für die meisten Schüler reicht eine einzige kostenlose App.
Der Allrounder, der für die meisten reicht
ANTON ist die naheliegendste Empfehlung und gleichzeitig die, die am seltensten gegeben wird, weil sie niemandem Geld einbringt. Die App deckt Deutsch, Mathe, Englisch, Sachunterricht, Biologie, Physik, Chemie, Geographie und Musik ab, von der Vorschule bis zum Abitur. Die Inhalte richten sich nach den Lehrplänen der Bundesländer. Entwickelt wurde die App mit Förderung der Europäischen Union.
Werbung gibt es keine, und kein Premium-Bereich sperrt die Lerninhalte ein. Wer die App öffnet, bekommt Übungen, Erklärungen und Lernspiele zum Thema, das gerade in der Schule dran ist. Das optionale ANTON PLUS kostet rund zehn Euro im Jahr und bringt Offline-Nutzung sowie Avatar-Extras, für den Unterrichtsstoff braucht es das nicht.
Kostenlose Lernapp für alle Schulfächer von Vorschule bis Klasse 10
Bevor du Geld ausgibst, sollte ANTON vier Wochen im Einsatz gewesen sein. Bleibt danach ein konkretes Problem übrig, hilft eine der folgenden Apps gezielt weiter.
Wenn Erklärungen im Unterricht nicht ankommen
Manche Themen erschließen sich erst beim zweiten Erklären, von jemand anderem, in anderem Tempo. Dafür gibt es Videoplattformen.
simpleclub erklärt in kurzen, schnell geschnittenen Videos und trifft den Ton älterer Schüler gut. Die Grundfunktionen sind kostenlos, für die vollständige Bibliothek samt Übungsaufgaben wird ein Abo fällig.
Deutschlands beliebteste Lernapp für Schule und Ausbildung
sofatutor setzt auf ruhigere, ausführlichere Videos und deckt Klasse 1 bis 13 ab. Zu jedem Video gehören Übungen und Arbeitsblätter. Im Abo kommt ein Hausaufgaben-Chat mit echten Lehrkräften dazu, werktags erreichbar. Der Zuschnitt ist stärker auf jüngere Schüler und auf Eltern ausgerichtet, die mitschauen wollen.
Beide arbeiten mit Abo. Vorher lohnt sich ein Blick in die Bildungsmediathek des eigenen Bundeslands. Viele Länder stellen ähnliche Inhalte kostenlos bereit.
Mathe, wenn die Grundlagen fehlen
Mathe ist das Fach, in dem Lücken am schnellsten zu Folgeproblemen werden. Wer das Einmaleins nicht sicher beherrscht, verliert später Zeit beim Bruchrechnen.
Der 1x1 Mathe Trainer macht genau eine Sache und die richtig: Einmaleins üben, kostenlos, ohne Werbung und ohne Konto. Für Grundschüler ist das oft die sinnvollste Ergänzung zum Schulheft.
Einmaleins spielerisch lernen — kostenlos, werbefrei, datenschutzfreundlich
Für den weiterführenden Stoff ist Astra AI interessant. Man fotografiert eine Aufgabe, die App erklärt den Rechenweg Schritt für Schritt, statt nur das Ergebnis zu liefern. Das ist der entscheidende Unterschied zu reinen Lösungs-Apps. Trotzdem sollte man Kindern beim Einsatz kurz über die Schulter schauen, denn wer nur abschreibt, lernt nichts.
Ein Wort zum Preis, weil er in dieser Liste heraussticht: Astra AI ruft je nach Paket 8 Euro pro Woche oder 24 Euro pro Monat auf. Das ist die mit Abstand teuerste App hier, und für reine Mathe-Nachhilfe ist der Nutzen selten so hoch.
Vokabeln und Prüfungsstoff im Kopf behalten
Verteiltes Wiederholen mit Karteikarten gehört zu den am besten untersuchten Lernmethoden. Der Trick ist die zeitliche Staffelung: Was sitzt, kommt seltener dran, was wackelt, häufiger.
MintDeck setzt das mit einem modernen Algorithmus um, funktioniert offline und kann Anki-Stapel importieren. Der Lernkern ist kostenlos. Für Abiturvorbereitung oder Sprachvokabeln ist das die beste Wahl in dieser Liste.
Karteikarten-App mit FSRS-Algorithmus, Anki-Import und Offline-Lernen
Wer lieber auf fertige Kartensätze anderer Nutzer zurückgreift, findet in Quizlet und StudySmarter große Bibliotheken. Die Qualität schwankt allerdings stark, weil die Inhalte von Nutzern stammen.
Den Überblick behalten
Nicht jedes Schulproblem ist ein Wissensproblem. Manchmal geht schlicht der Überblick verloren.
Sharezone ist ein Schulplaner für die ganze Klasse: Stundenplan, Hausaufgaben, Termine und Dateien lassen sich gemeinsam pflegen. Wenn eine Klasse die App zusammen nutzt, weiß auch der noch, was aufgegeben wurde, der krank war.
Schulplaner für die ganze Klasse: Stundenplan, Hausaufgaben, Noten
Für die Konzentration selbst reicht ein simpler Timer. Der Focus Friend zeigt eine strickende Bohne, die aufhört zu arbeiten, sobald man während der Lernzeit in eine gesperrte App wechselt. Anders als bei Ranglisten-Apps gibt es keinen Wettbewerb gegen andere, nur den sichtbaren Timer. Wer zusätzlich Ruhe vor Mitteilungen will, richtet den Fokus-Modus von iOS ein. Der filtert allerdings nur Mitteilungen und blendet Homescreen-Seiten aus. Apps wirklich sperren lässt sich nur über die Bildschirmzeit.
Wenn Lesen das Problem ist
Bei einer Lese-Rechtschreib-Schwäche scheitert Lernen oft nicht am Verständnis, sondern am Zugang zum Text. Speechify liest PDFs, Webseiten und abfotografierte Buchseiten vor, mit einstellbarem Tempo. Die Vollversion ist mit rund 13 Euro im Monat allerdings kein Schnäppchen.
Liest Texte, PDFs, Mails und abfotografierte Buchseiten mit KI-Stimmen vor
Kostenlos geht das übrigens auch: iOS liest markierten Text auf Wunsch selbst vor. Die Einstellung liegt unter Einstellungen → Bedienungshilfen → Gesprochene Inhalte → Auswahl sprechen. Weitere Funktionen, die im Schulalltag helfen, stehen in unserer Übersicht der iPhone-Bedienungshilfen.
Was Eltern vorher klären sollten
Drei Dinge ersparen später Ärger.
Abos laufen weiter. Fast alle Video- und KI-Lern-Apps verlängern sich automatisch. Wer zum Schulhalbjahr abschließt, sollte sich das Verlängerungsdatum notieren. Abos über den App Store müssen spätestens 24 Stunden vor der Verlängerung gekündigt werden, direkt beim Anbieter abgeschlossene Verträge haben teils feste Laufzeiten.
Lernzeit ist keine Bildschirmzeit. Unter Einstellungen → Bildschirmzeit → Immer erlauben lassen sich Lern-Apps eintragen, damit sie nicht ins tägliche Limit zählen.
Ein eigenes Gerät braucht Grenzen. Bekommt das Kind zum Schulstart ein eigenes iPhone, lohnt sich am Anfang die halbe Stunde für eine saubere Einrichtung mit Kindersicherung.
Was wir empfehlen
Mit ANTON anfangen und vier Wochen dabei bleiben. Das kostet nichts und reicht bei den meisten Schülern schon aus.
Bleibt danach ein Problem, gezielt ergänzen: sofatutor oder simpleclub bei Verständnislücken, MintDeck fürs Auswendiglernen, Sharezone gegen das Chaos. Für ältere Schüler mit eigenem Lernplan lohnt zusätzlich ein Blick auf die Apps fürs Studium. Viele davon funktionieren schon ab der Oberstufe.
Was sich nicht lohnt: fünf Apps gleichzeitig zu installieren. Jede will eingerichtet und gepflegt werden, und am Ende wird keine benutzt.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter sind Lern-Apps sinnvoll?
ANTON startet bei der Vorschule. Wichtig ist weniger das Alter als die Begleitung: Grundschulkinder brauchen jemanden, der die ersten Male danebensitzt und den Rahmen setzt.
Sind kostenpflichtige Lern-Apps besser?
Nicht grundsätzlich. ANTON ist kostenlos und deckt die Kernfächer über alle Klassenstufen ab. Geld lohnt sich für Videoerklärungen und Nachhilfe-Funktionen, also dort, wo Menschen Arbeit hineinstecken.
Was ist mit KI-Apps, die Hausaufgaben lösen?
Zum Kontrollieren und Erklärenlassen sind sie nützlich, zum Abschreiben schädlich. Apps wie Astra AI, die den Rechenweg zeigen statt nur das Ergebnis, sind die bessere Wahl.
Funktionieren die Apps auch offline?
MintDeck lernt komplett offline. Bei ANTON gehört die Offline-Nutzung zum kostenpflichtigen PLUS-Paket, die Gratis-Version braucht eine Verbindung. Videoplattformen wie sofatutor und simpleclub brauchen sie ohnehin.
Wie verhindere ich, dass aus der Lern-App eine Spiele-App wird?
Über die Bildschirmzeit lassen sich einzelne Apps mit einem Zeitlimit versehen. Sinnvoller ist meist ein fester Rahmen: eine Viertelstunde nach den Hausaufgaben, nicht zwischendurch.