Ratgeber Veröffentlicht am 28. Juli 2026 11 Min. Lesezeit

Die besten deutschen Apple-Podcasts 2026

Welche deutschen iPhone- und Apple-Podcasts 2026 hörenswert sind. Ehrlich besprochen, mit Stärken, Schwächen und Empfehlung pro Hörertyp.

Wer Apple ernsthaft verfolgt, kommt an deutschsprachigen Podcasts kaum vorbei. Englisches Material gibt es im Überfluss, aber wer den Markt aus deutscher Brille einordnen will, Steuerthemen, Datenschutzdebatten, Apple-Pay-Eigenheiten oder MagSafe im Alltag eines Berliner Pendlers, braucht andere Stimmen. Die Szene ist überraschend lebendig. Es gibt News-Schnelldreher, ruhige Tiefeninterviews, Indie-Dev-Talks und das traditionelle Mac-Plauschformat. Dieser Artikel ordnet acht aktive Shows plus zwei Spezialfälle ein. Mit echten Stärken, ehrlichen Schwächen und klarer Empfehlung pro Hörertyp.

Wer in der Szene unterwegs ist

Drei Lager dominieren: Heise-nahe Profis (Apfelfunk, Mac & i), Community-Formate aus Apple-Foren und Blogs (Apfelplausch, Apfeltalk LIVE, Bits und so) sowie kleine Indie-Dev-Runden (Appstore Tagebuch, Waiting For Review). Dazu kommen Spezialformate und ein historisches Archiv. Wer einen Podcast als Haupt-Newsquelle nutzen will, hat hier Auswahl. Wer zwei Shows kombinieren will, findet hier eine sinnvolle Kombination ohne thematische Doppelung.

Apfelplausch: News-Maschine mit Pendler-Tempo

Roman van Genabith und Lukas Gehrer sind die Köpfe hinter Apfelpage.de und produzieren den Apfelplausch seit 2017. Inzwischen liegt die Folgenzahl bei rund 450, die Frequenz ist wöchentlich, eine Folge dauert 60 bis 90 Minuten. Was sie gut können: Apple-News kondensieren. Wer die Woche in einer Folge nachholen will, ohne fünfzig Newsticker durchzuscrollen, ist hier richtig. Roman und Lukas sind beide Tech-Journalisten und haben ein gutes Gespür dafür, welche Gerüchte ernst zu nehmen sind und welche nicht.

Die ehrliche Schwäche: Bei reiner Newsdichte bleibt für Tiefenanalysen wenig Zeit. Wer sich für Software-Architektur, Betriebssystem-Internals oder Apple-Strategie über Quartale hinweg interessiert, kratzt hier nur an der Oberfläche. Das ist keine Kritik am Format, sondern eine bewusste Designentscheidung. Wer beides will, kombiniert mit Mac & i.

Für wen: Pendler, die einmal pro Woche eine kompakte Apple-Wochenschau brauchen. Funktioniert hervorragend mit 1,5-facher Geschwindigkeit auf der Bahnfahrt. Dafür eignet sich Overcast als Podcast-Player besonders gut, weil die Smart-Speed-Funktion Pausen automatisch wegschneidet.

Apfelfunk: Das Schweizer Taschenmesser

Jean-Claude Frick und Malte Kirchner machen den Apfelfunk seit 2016. Über 500 Folgen, wöchentlich, plus die monatliche Video-Sondersendung “Apfelfunk am Hörer”. Malte kommt aus dem heise-Umfeld und schreibt für c’t, Jean-Claude ist freier Apple-Journalist mit Schweizer Schwerpunkt. Diese Konstellation gibt dem Format seine Stärke: Schweizer Apple-Markteigenheiten (Twint, Apple Pay, Importzölle) tauchen hier auf, in deutschen Podcasts sonst kaum.

Die Schwäche: Beide Hosts sind so eingespielt, dass sie manchmal in eingelaufene Witze und Insider-Referenzen abgleiten. Neueinsteiger müssen sich durch die ersten Folgen kämpfen, bis der Codename “Mr. T” klick macht. Außerdem fehlt eine echte kritische Distanz zu Apple. Beide sind Fans, das ist ehrlich, aber wer harte Apple-Skepsis sucht, geht woanders hin.

Für wen: Apple-Liebhaber mit DACH-Perspektive. Besonders empfehlenswert für Schweizer Hörer, denen rein deutsche Formate zu “BRD-zentriert” sind.

Mac & i Podcast: Die heise-Tiefe

Ebenfalls Malte Kirchner, diesmal mit Leo Becker, beide aus der Mac & i-Redaktion bei heise. Format: 14-tägig, 60 bis 90 Minuten, Folge 120 erschienen im April 2026. Was diesen Podcast von den anderen unterscheidet: Tiefe statt Breite. Wenn iCloud kompromittiert wird, eine neue iOS-Beta merkwürdig stabil ist oder Tim Cook den CEO-Posten übergibt, gehen Malte und Leo in die zweite und dritte Reihe. Welche Konsequenzen für Entwickler? Was bedeutet das für Datenschutz-Beauftragte? Wie reagiert die Konkurrenz?

Die Schwäche: 14-tägig heißt, aktuelle Eilmeldungen verpasst der Podcast. Wer Apple-News in Echtzeit will, ist hier falsch. Außerdem ist der Ton akademischer als bei anderen Formaten. Mac & i klingt eher wie ein Fachgespräch als wie eine Unterhaltung am Stammtisch. Das ist für viele genau richtig, für andere zu trocken.

Für wen: IT-Profis, Entwickler und Apple-Power-User, die Hintergrund statt Schnelldurchlauf brauchen. Die Folgen zu Apple Intelligence waren 2025 und 2026 besonders fundiert.

Apfeltalk LIVE: Die Wohnzimmer-Sendung

Vera, Johannes, Julia und Michael moderieren den Apfeltalk LIVE als Video- und Audiopodcast. Jeden Freitag um 20 Uhr live, Audiofassung erscheint kurz danach, eine zusätzliche Audiopodcast-Sonderfolge gibt es am ersten Freitag jedes Monats. Hintergrund: das Apfeltalk-Forum gehört zu den ältesten deutschen Apple-Communities, der Podcast ist die Live-Sendung dieser Community.

Was das Format gut kann: Es fühlt sich nicht wie produzierter Hochglanz an, sondern wie ein Gespräch unter Freunden mit Apple-Fokus. Wer auf Tagesschau-Tonfall keine Lust hat, sondern die humanere Version sucht, wird hier glücklich. Häufige Gäste aus der Community machen den Podcast abwechslungsreich.

Die Schwäche: Genau diese Lockerheit ist die Schwäche. Episoden können sich ziehen, Themen mäandern, manchmal dauert es 20 Minuten, bis das Hauptthema überhaupt anfängt. Wer effizient informiert werden will, dreht hier durch. Wer bewusst Zeit mit netten Apple-Menschen verbringen will, fühlt sich wohl.

Für wen: Hörer, die Podcasts als entspanntes Hintergrundprogramm laufen lassen, etwa beim Kochen oder Spazierengehen.

Appstore Tagebuch: Indie-Dev-Realität pur

Drei Indie-Entwickler, ein Podcast: Nico (NFC.cool), Cihat (Freemium Kit, Translate Kit) und Holger. Das Format ist unregelmäßig, aber wenn es eine Folge gibt, lohnt sie sich. Hier wird nicht über Apple-News gesprochen, sondern über das tatsächliche Leben als Solo-iOS-Entwickler. Trademarks, App-Review-Frust, Migrationsprobleme zwischen RevenueCat und Freemium Kit, Xcode-Versionsstress auf alten MacBooks. Das ist die ehrliche Innensicht der App-Store-Wirtschaft, ohne Marketing-Filter.

Die Schwäche: Die Erscheinungs-Unregelmäßigkeit. Wer alle zwei Tage neue Folgen will, ist hier falsch. Außerdem ist die Zielgruppe sehr eng: Wenn du keinen App-Store-Account als Entwickler hast und keine eigene App planst, sind weite Teile der Diskussion technisch nicht greifbar.

Für wen: Aktive oder angehende iOS-Entwickler, die wissen wollen, wie es wirklich aussieht. Auch hilfreich für App-Tester und Tech-Journalisten, die die Branche aus Entwicklersicht verstehen wollen.

Bits und so: Die Münchner Talkrunde

Timo Hetzel produziert Bits und so seit 2007 fast wöchentlich, im April 2026 stand die Zählung bei Folge 990. Die Show zählt damit zu den ältesten aktiv produzierten deutschen Tech-Podcasts überhaupt. Format: Panel mit wechselnden Gästen, alle aus der Münchner Tech-Szene. Einmal pro Jahr gibt es eine Live-Aufnahme im Gasteig vor Publikum.

Was Bits und so gut kann: Ruhe und Persönlichkeit. Während Apfelplausch in 90 Minuten 30 Themen abhandelt, dreht Bits und so manchmal 30 Minuten um eine einzige Beobachtung. Das ist anders, und es trifft eine Hörerschaft, die genau das braucht.

Die Schwäche: Bits und so ist nicht streng Apple-fokussiert. Themen wandern in Software-Entwicklung, Web, Gadgets, Lifestyle. Wer reines Apple-Material sucht, wird nicht ganz glücklich. Außerdem ist der Hörbarkeitslevel hoch: Insider-Referenzen aus 18 Jahren Geschichte werden selten erklärt.

Für wen: Langzeit-Hörer, die einen Podcast nicht wegen Effizienz, sondern wegen vertrauter Stimmen verfolgen. Funktioniert auch als Sonntags-Soundtrack.

Waiting For Review: Englisch mit deutschem Co-Host

David Gary Wood (iOS-Coach in Wellington, Neuseeland) und Daniel Jilg (Süddeutschland, Gründer von TelemetryDeck) treffen sich alle zwei Wochen. Sprache: Englisch, aber Daniels Perspektive bringt deutschsprachige Indie-Dev-Realität in den Podcast. TelemetryDeck ist eine privacy-first Analytics-Lösung für App-Devs, die ohne Tracking auskommt.

Was den Podcast besonders macht: Es ist ein echtes Zwiegespräch, kein Panel. Beide kennen sich gut, beide haben unterschiedliche Märkte (NZ vs. DE), und beide sind aktive Indie-Devs. Themen reichen von App-Review-Erfahrungen über Marketing für kleine Apps bis hin zu Privacy-Strategien.

Die Schwäche: Englisch. Wer einen deutschen Podcast sucht, wird hier nicht bedient. Außerdem ist die Zielgruppe wieder Dev-fokussiert. Casual-Apple-Hörer haben hier nichts zu finden.

Für wen: Bilinguale iOS-Entwickler, die internationale Indie-Dev-Perspektiven schätzen.

Trommelspeicher (ehemals Das Duumvirat): Mac-Tiefenbohrung

Das Format firmierte früher als “Das Duumvirat”, inzwischen läuft es unter dem Namen “Trommelspeicher” mit drei Hosts (Farid, Gordon, Christoph) und mehreren Subformaten: MacMittwoch, Doppeldecker, Kernel und Kernobst. Erscheint monatlich, Folgen sind oft zwei Stunden lang. Stark Mac-lastig, aber inzwischen mit Ausflügen in FreeBSD, Linux, ZFS, Open-Source-Tools.

Was es gut macht: Tiefe an Stellen, die bei anderen Podcasts ausgespart werden. Wenn jemand zwei Stunden über ZFS-Snapshots auf macOS reden will, ist das hier möglich. Die Hosts sind alle Tech-affin und teilen ein Faible für Alternativen jenseits des Apple-Mainstreams.

Die Schwäche: Lange Folgen, monatliche Frequenz, Themen-Drift weg von Apple. Wer einen klassischen “Apple-Podcast” sucht, ist hier falsch. Wer Tech-Podcast mit Apple-Schlagseite will, wird hier glücklich.

Für wen: Power-User mit Linux-/Server-Affinität, die ihren Mac als Unix-Workstation begreifen.

APFELcast: Karsten Samaschkes Wochen-Update

Karsten Samaschke produziert den APFELcast seit 2020, wöchentlich aufgenommen am Freitag, veröffentlicht am Samstag. Format: ein Solo-Host, der die Apple-Woche zusammenfasst. Solo-Podcasts haben es schwer, weil das Diskussions-Element fehlt, aber Karsten kann den Stil ziehen. Klar strukturiert, kein Geplapper.

Die Schwäche: genau dieses Solo-Format. Wer Diskussion und gegensätzliche Meinungen sucht, findet sie hier nicht. Außerdem ist der Bekanntheitsgrad kleiner als bei den größeren Formaten, was bei Gästen und Networking limitiert.

Für wen: Hörer, die einen knappen, klar moderierten Solo-Podcast wollen, ohne Panel-Geplauder. Funktioniert gut als Ergänzung zu einem der Diskussions-Formate.

UISprech: Das Archiv

UISprech ist ein historischer Sonderfall. Heiko Behrens hat zwischen 2013 und 2014 insgesamt 17 Folgen zur iOS-Entwicklung produziert und dann eingestellt. Aktiv ist der Podcast also nicht. Aber: Die alten Folgen sind teilweise immer noch lehrreich, etwa zu UIKit-Patterns, Auto Layout oder den Anfängen von Swift. Wer iOS-Entwicklung historisch verstehen will, sollte sich das Archiv anhören.

Für wen: iOS-Entwickler, die ein Stück Branchengeschichte hören möchten. Nicht für aktuelle Information.

Welche Show für welchen Typ Hörer

ProfilEmpfohlene Shows
Pendler mit 60 Min/Woche Podcast-ZeitApfelplausch oder Apfelfunk (eines reicht)
Apple-Power-User mit Tiefen-AnspruchMac & i + Apfelplausch (Kombi)
iOS-EntwicklerAppstore Tagebuch + Waiting For Review
Schweizer Apple-FanApfelfunk
Casual-Hörer fürs HintergrundprogrammApfeltalk LIVE oder Bits und so
Mac-fokussierter Power-UserTrommelspeicher
Solo-Format-LiebhaberAPFELcast
Indie-Dev-GeschichteUISprech-Archiv (historisch)

Wer drei Shows kombinieren will, ohne thematische Überlappung, nimmt: Apfelplausch (News), Mac & i (Tiefe), Appstore Tagebuch (Dev-Realität). Damit deckt man Breite, Tiefe und Indie-Perspektive ab. Wer darüber hinaus hört, mischt am besten andere Genres dazu, weil reine Apple-Podcasts auf Dauer thematisch eng werden.

Häufige Fragen

Welcher deutsche Apple-Podcast ist 2026 der bekannteste?

Apfelfunk und Apfelplausch teilen sich den Platz an der Spitze, was Hörerzahlen und Diskussions-Reichweite angeht. Beide haben über 400 Folgen, beide werden in deutschen Apple-Communities regelmäßig zitiert. Welcher der beiden besser passt, hängt vom Hörstil ab: Apfelplausch ist news-dichter, Apfelfunk ist DACH-orientierter.

Welche deutschen Apple-Podcasts sind kostenlos?

Alle hier genannten Shows sind kostenlos. Sie finanzieren sich über Werbung, Patreon, Newsletter oder den Verkauf eigener Apps und Bücher. Für reine Hörer fallen keine Kosten an. Eine kostenpflichtige Premium-Variante mit werbefreien Folgen bietet aktuell keiner der deutschen Apple-Podcasts an.

Auf welcher App höre ich Apple-Podcasts am besten?

Apple Podcasts kommt vorinstalliert und funktioniert solide, aber es gibt bessere Apps mit Smart-Speed (entfernt Pausen automatisch), Voice-Boost (Pegelt Stimmen aus) und besseren Kapitelmarken. Overcast und Pocket Casts sind die häufigsten Empfehlungen unter Power-Hörern. Für eine ausführliche Empfehlung siehe unseren Overcast-Test.

Gibt es einen deutschen Apple-Podcast für Anfänger?

Apfeltalk LIVE ist am ehesten anfängergeeignet, weil die Hosts Themen zugänglich erklären und nicht in Insider-Jargon abdriften. Apfelplausch und Mac & i sind besser, wenn Grundwissen schon vorhanden ist. Wer ganz neu im Apple-Universum ist, sollte mit zwei oder drei aktuellen Folgen pro Format reinhören und schauen, welcher Stil hängenbleibt.

Wie oft erscheinen neue Folgen bei den großen deutschen Apple-Podcasts?

Apfelplausch und Apfelfunk erscheinen wöchentlich, Mac & i alle zwei Wochen, Apfeltalk LIVE wöchentlich. Bits und so produziert ebenfalls fast wöchentlich. Appstore Tagebuch und Trommelspeicher haben unregelmäßige Frequenzen. APFELcast erscheint wöchentlich. Wer alle abonniert, kommt auf 6 bis 8 neue Folgen pro Woche, was deutlich mehr ist, als die meisten Hörer bewältigen können.

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